Spionage Affäre
Überwachung: Warum «Pegasus» nicht mit der NSA-Affäre verglichen werden kann

Mit der israelischen Software werden nicht nur Terroristen, sondern auch Politiker, Aktivisten und Journalisten überwacht. Dennoch ist das noch lange keine Massenobservierung.

Raffael Schuppisser
Raffael Schuppisser
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Auch die Bösen wollen mitlesen.

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Donato Caspari

Der Whistleblower Edward Snowden zeigte sich schockiert: «Das sollte uns mehr als alles andere Angst machen», sagt er in einem Interview. Er meint damit die Spionage-Software Pegasus, mit der die Handys von Politikern, Journalisten und Aktivisten ausspioniert werden. Dabei hat gerade dieser Edward Snowden gezeigt, dass uns nicht überraschen darf, dass Geheimdienste alle möglichen digitalen Werkzeuge nutzen, um Menschen zu observieren.

Dank ihm wissen wir, dass die NSA und der britische Geheimdienst Massenüberwachung betreiben. Das ist gravierend. Es besagt nämlich nichts anderes, als dass jedem Bürger misstraut wird. Jegliche Kommunikation soll für die Regierung sichtbar sein.

Anders verhält es sich bei der neusten Spionage-Affäre. Auch wenn potenziell bis zu 50000 Menschen mit der Software observiert worden sind, so ist das keine Massenüberwachung. Pegasus wird zur gezielten Überwachung von Verdächtigen eingesetzt. Dass Geheimdienste solche Tools nutzen, ist nicht nur naheliegend, sondern auch richtig. So lassen sich Terroristen beobachten und Anschläge vereiteln.

Leider besitzen nicht nur die liberalen Regierungen solche Werkzeuge, sondern auch zwielichtige Regime, die sie gegen Kritiker einsetzen. Dass die Firma NSO Group ihre Software nicht an alle verkauft, ist wichtig. Sie sollte hier noch strikter sein. Doch man darf sich nichts vormachen. Es gibt diverse andere Spionage-Softwares, die ähnlich funktionieren.