Abstimmung
Uri sagt zum zweiten Mal Nein zum Stimmrechtsalter 16

Die Bevölkerung des Kantons Uri will den Jungen nicht mehr politische Mitspracherechte geben. Sie hat das Stimmrechtsalter 16 zum zweiten Mal an der Urne abgelehnt.

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Überraschend: Die Urner Bevölkerung sagt Nein zum Stimmrechtsalter 16.

Überraschend: Die Urner Bevölkerung sagt Nein zum Stimmrechtsalter 16.

Keystone

Der Kanton Glarus bleibt vorerst der einzige Kanton, in dem Jugendliche ab 16 Jahren wählen und abstimmen dürfen. Die Stimmbevölkerung im Kanton Uri hat am Sonntag mit 68,4 Prozent der Stimmen überraschend deutlich Nein zu einer entsprechenden Vorlage des Kantonsparlaments gesagt. Die Stimmbeteiligung betrug 48,9 Prozent. Konkret wollte der Landkanton damit ein passives Stimm- und Wahlrecht für 16- und 17-Jährige einführen. Sie hätten damit zwar abstimmen und wählen, nicht aber selber für ein Amt kandidieren können.

Uri hat 2009 schon einmal über das Stimmrechtsalter 16 abgestimmt, und dieses auch damals deutlich abgelehnt. Das Anliegen kam damals von der Juso und erhielt nur wenig Unterstützung aus den anderen Parteien. 12 Jahre später war die Ausgangslage anders. Die Senkung der Altershürde fürs Wählen und Abstimmen erhielt Unterstützung aus allen Kantonalparteien – mit Ausnahme der SVP. Vor dem Abstimmungssonntag sah es deshalb gut aus für das Stimmrecht für die Jungen.

In verschiedenen Kantonen gibt es derzeit das Bestreben, das Stimmrechtsalter auf 16- und 17-Jährige auszudehnen. So sieht die revidierte Kantonsverfassung von Appenzell Ausserrhoden das Stimmrechtsalter 16 vor. Wie der Kanton Uri hat auch Bern 2009 schon einmal Nein gesagt zum Stimmrecht für 16-Jährige. Anfang September hat das Kantonsparlament allerdings die Weichen für eine zweite Abstimmung gestellt. (agl)

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