Abstimmungsumfrage
Umfrage ergibt grosse Mehrheit für «Ehe für alle» und ein Nein zu 99%-Initiative

Sieben Wochen vor der Abstimmung gaben in einer Umfrage von Tamedia und 20 Minuten 64 Prozenten der Befragten an, die «Ehe für alle» annehmen zu wollen.

Peter Walthard
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An der Urne zeichnet sich ein Ja ab: Werbematerial der Befürworter. (Symbolbild)

An der Urne zeichnet sich ein Ja ab: Werbematerial der Befürworter. (Symbolbild)

Keystone

Nur 35 Prozent der Befragten hätten sich gegen die Vorlage ausgesprochen, meldete Tamedia am Freitag. Die Vorlage finde bei allen Parteien ausser der SVP Zustimmung. Bei Frauen betrage die Zustimmung 71 Prozent, bei Männern 57 Prozent. Die Hälfte der Befürwortenden begründe ihre Haltung damit, dass Homo- und Bisexualität Normalität geworden seien und die Ausweitung der Ehe eine Ungleichhandlung beende.

Ein Drittel der Befürwortenden gab ausserdem an, dass der Staat nicht eine Lebensform gegenüber anderen bevorzugen dürfe. Bei den Gegnern ziehe das Argument, dass es für homosexuelle Paare bereits die eingetragene Partnerschaft gebe und dass die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau sei. Abgestimmt wird am 26. September über eine Vorlage von Bundesrat und Parlament, die die Beschränkung der Ehe auf eine Verbindung von Mann und Frau aus dem Gesetz streichen würde. Lesbische Paare würden damit Zugang zur Samenspende erhalten und die eingetragene Partnerschaft abgeschafft. Gegen die Vorlage hatten Vertreter von SVP und EDU das Referendum ergriffen.

Juso-Initiative findet ausserhalb des linken Lagers kaum Zuspruch

Für die 99%-Initiative der Jungsozialisten sieht es in den Umfrageergebnissen dagegen eher schlecht aus. Nur 45 Prozent würden diese zum jetzigen Zeitpunkt annehmen, 49 Prozent dagegen ablehnen, so die Mitteilung. Unterstützung findet die Initiative ausschliesslich im linken Lager. Bei der SP betrage die Zustimmung 81 Prozent, bei den Grünen 78 Prozent. Die Wählerinnen und Wähler aller anderen Parteien lehnten die Initiative deutlich ab. Die Initiative der Juso will Kapitaleinkommen wie Zinsen, Mieterträge oder Dividenden über 100 000 Franken eineinhalbmal so stark besteuern wie Lohneinkommen. Sie wird von den Wirtschaftsverbänden, den bürgerlichen Parteien und auch Teilen der SP bekämpft.

An der Online-Umfrage haben laut Tamedia 17'784 Personen teilgenommen. Der Fehlerbereich liege bei 1,2 Prozentpunkten.

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