Anklage
Bieler Hassprediger muss sich vor Gericht verantworten

Rassendiskriminierung und Sozialhilfebetrug: Die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland hat den 68-jährigen Libyer Abu Ramadan, der als Hassprediger bekannt wurde, angeklagt.

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Der Bieler Imam Abu Ramadan predigte in der Ar'Rahman Moschee.

Der Bieler Imam Abu Ramadan predigte in der Ar'Rahman Moschee.

Keystone

Die Staatsanwaltschaft sehe es als erwiesen an, dass Abu Ramadan im Juli 2017 in einer Moschee in Biel auf Arabisch zu Hass gegen Personen aufgrund derer Religion oder Ethnie aufgerufen habe. Er habe in seiner Predigt wiederholt den Wunsch geäussert, dass gewisse Personen oder Personengruppen bestimmter Ethnien oder Religionen vernichtet werden sollten, wie die regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland am Mittwoch mitteilte.

Sie hat nun das im August 2017 eröffnete Strafverfahren gegen den sogenannten Hassprediger abgeschlossen und ihn angeklagt. Auslöser des Verfahrens war eine Strafanzeige. Der heute 68-Jährige muss sich vor Gericht wegen Rassendiskriminierung verantworten.

Ausserdem ging Ende 2018 gegen ihn eine Strafanzeige seiner Wohnsitzgemeinde Nidau BE wegen strafbarer Handlungen im Zusammenhang mit dem Bezug von Sozialhilfeleistungen ein. Er wird deshalb auch wegen Betrugs angeklagt. Der Libyer gab an, über keinerlei Einkommen und Vermögen zu verfügen. Gemäss Staatsanwaltschaft erzielte er jedoch durch die Organisation von Pilgerreisen teilweise ein konkretes Einkommen, manchmal verzichtete er darauf.

Aufwendige Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft schreibt von «umfangreichen» und «äusserst aufwendigen» Ermittlungen. Die Predigt musste zuerst aus der arabischen in die deutsche Sprache übersetzt werden. Danach brauchte es für die anschliessende Interpretation des Gesagten ein weiteres Gutachten. Auch kooperierte der Beschuldigte nicht.

Wann der Prozess stattfindet, ist noch offen. Der Termin vor dem Einzelgericht stehe noch nicht fest. (abi)

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