Schweizer Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit sinkt im Februar leicht –Kurzarbeitsgesuche steigen weiter an

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im Februar um einen Zehntel auf 3,6 Prozent gesunken. Das hat saisonale Gründe. Mit anderen Indikatoren ist es ein Lichtblick ein Jahr nach Beginn der Coronakrise.

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Ende Februar waren leicht weniger Arbeitslose bei den RAV gemeldet. Gegenüber 2020 sind es jedoch massiv mehr Personen. (Symbolbild)

Ende Februar waren leicht weniger Arbeitslose bei den RAV gemeldet. Gegenüber 2020 sind es jedoch massiv mehr Personen. (Symbolbild)

Matthias Jurt

(sat) Konkret waren Ende Februar rund 168’000 Arbeitslose bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) in der Schweiz eingeschrieben. Das sind 1800 Personen weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Arbeitslosigkeit jedoch um 50’000 Personen beziehungsweise 42,5 Prozent angestiegen, wie das das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Im Monat vor dem Ausbruch der Coronapandemie lag die Arbeitslosigkeit in der Schweiz allerdings auf einem Rekordtief.

Verringert hat sich im Februar insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit um 438 Personen beziehungsweise 2,5 Prozent. Aber auch die Zahl der Arbeitslosen zwischen 50 und 64 Jahren ist laut Seco um 227 Personen und damit 0,5 Prozent gesunken. Umgekehrt waren Ende Februar bei den RAV insgesamt 260’000 Stellensuchende registriert. Das sind ebenfalls knapp 1800 Personen weniger als im Vormonat. Allerdings gilt auch hier: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist diese Zahl um 69’000 Personen respektive 36,4 Prozent coronabedingt äusserst stark gestiegen.

Firmen geht es besser als dargestellt

Wie Boris Zürcher, der Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, am Montag in einem Mediengespräch ausführte, bestätigt sich damit ein seit dem Sommer anhaltender Trend: Die Arbeitslosigkeit steigt nicht mehr stärker an als die Zahl der Stellensuchenden. Und saisonale Effekte wie der aktuell leichte Rückgang zeigen sich nun wieder wie sonst üblich – einfach nun auf massiv höherem Niveau. Nämlich inzwischen etwa auf jenem wie zur Zeit der letzten Arbeitsmarktkrise als Folge der Finanzkrise 2008.

«Zwischen der öffentlichen Stimmung und der tatsächlichen Situation auf dem Arbeitsmarkt stelle ich eine Differenz fest», sagte Boris Zürcher zu den anhaltenden Diskussionen über die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie. Die Langzeitarbeitslosigkeit in der Schweiz bleibe auch im ersten Jahr nach Beginn der Coronakrise konstant.

Anmeldungen für Kurzarbeit steigen wieder stark an

«Wir sehen keine Übersterblichkeit der Firmen», sagte Boris Zürcher. Und es gebe auch keine Zunahme bei den Massenentlassungen, so der Seco-Direktor. Aufgrund des erneuten Lockdowns sei die Kurzarbeitszahl im Februar zwar wieder leicht angestiegen, auf etwa 850'000 bewilligte Voranmeldungen. Damit sei man aber noch weit entfernt von den rekordhohen 1,3 Millionen Kurzarbeitsentschädigungen von letztem April. Bis im Herbst ging diese Zahl dann wieder auf 250'000 Bewilligungen zurück.

Zum Ausblick hielt Boris Zürcher fest: «Die Unsicherheit bleibt gross.» Allerdings könne die Jahresprognose für das laufende Jahr von 3,3 Prozent Arbeitslosigkeit mit dem nun leichten Rückgang durchaus noch erreicht werden.