ARBEITSRECHT
Paketlieferdienst DPD weist Vorwürfe der Unia «entschieden zurück»

Am Dienstag kritisierte die Gewerkschaft Unia die Arbeitsbedingungen der DPD-Fahrer. Jetzt reagiert der Paketdienstleister mit einer schriftlichen Stellungnahme.

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(frh) Lohndumping, mangelnde Arbeitszeitkontrollen, 70-Stunden-Wochen in der Hochsaison und fehlender Gesundheitsschutz: Die Vorwürfe, die die Gewerkschaft Unia in einem am Dienstag publizierten Bericht an den Päcklilieferanten DPD richtet, sind happig. In ihrem Report fordert die Unia Verhandlungen über einen Gesamtarbeitsvertrag und politische Schritte, um den Paket-Markt in der Schweiz stärker zu regulieren.

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Roman Künzler, Verantwortlicher Logistik und Transport bei der Unia, am Montag im Videointerview.

Keystone-SDA

Am Dienstag äusserte sich DPD nicht zu dem Bericht, einen Tag später reagiert das Unternehmen mit einer schriftlichen Stellungnahme. Man sei bereit für einen Dialog mit der Unia, doch weise «die Vorwürfe entschieden zurück», wie DPD gegenüber CH Media schreibt. Es handle sich um pauschalisierte Aussagen, die auch nach mehrmaliger Nachfrage bei der Unia nicht belegt werden wollten oder konnten.

DPD betont, in der Schweiz dem Branchen-Gesamtarbeitsvertrag angeschlossen zu sein, worin Bestimmungen zu Mindestlöhnen und Arbeitszeiten festgehalten würden. Diese gälten sowohl für DPD als auch für alle Subunternehmer. Die Subunternehmer, auch Vertragspartner genannt, seien rechtlich gesehen für die Einhaltung der Anstellungsbedingungen verantwortlich, schreibt DPD weiter. Und fügt an:

«Dennoch verstecken wir uns nicht hinter dieser juristischen Barriere. Uns ist sowohl die unternehmerische als auch gesellschaftliche Verantwortung bewusst.»

DPD habe ein eigenes Team, das die Subunternehmer in vielen Fragen berät und unterstützt. Zudem habe man sich in der Vergangenheit von Vertragspartnern getrennt, welche die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten hätten, hält DPD abschliessend fest.

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