Beratung
Fachstelle meldet im Coronajahr Rekord bei den Fällen von Menschenhandel

Die FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration verzeichnete im vergangenen Jahr 303 Fälle von Menschenhandel. Zahlreiche Sexarbeiterinnen suchten zudem die Beratung für Migrantinnen auf.

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Die Fachstelle verzeichnete erstmals über 300 Fälle.

Die Fachstelle verzeichnete erstmals über 300 Fälle.

Keystone

Es handle sich um einen traurigen Rekord, schreibt die FIZ in einer Mitteilung vom Montag. Erstmals verzeichnete der Bereich Opferschutz Menschenhandel der Fachstelle mehr als 300 Fälle. 226 von ihnen seien als Opfer von Menschenhandel identifiziert worden, bei 46 sind Abklärungen über den Opferstatus laut Mitteilung noch im Gang oder waren nicht mehr möglich.

Die Mehrheit der Betroffenen ist laut der FIZ weiblich, aber auch trans Menschen und männliche Opfer seien unterstützt worden. Sie stammten aus über 60 verschiedenen Ländern – mit Rumänien, Nigeria und Ungarn an der Spitze. Ein Grossteil wurde laut Mitteilung von der Polizei, von Anwältinnen, Ärzten oder anderen NGOs an die FIZ verwiesen. Diejenigen Kantone, die auf die Bekämpfung von Menschenhandel fokussieren, identifizierten deutlich mehr Opfer: Zürich, Bern und Aargau stehen an der Spitze der FIZ-Statistik.

Auch die Beratung für Migrantinnen war im Pandemiejahr gefragt. Die Anzahl der Hilfe- und Ratsuchenden schoss in die Höhe. Waren es 2019 noch 377, stieg die Zahl letztes Jahr auf 705. Insbesondere bei Sexarbeitenden stieg die Unsicherheit während des Lockdowns und der Arbeitsverbote stark. Sie hatten gemäss der FIZ mit existenziellen Sorgen zu kämpfen und konnten ohne Einkünfte ihre Krankenkasse, Miete oder Lebensmittel nicht mehr bezahlen. (agl)

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