pandemie
Corona-Studie: Mehr Erkrankungen in Haushalten mit Kindern

Eine von der SRF in Auftrag gegebene Umfrage gibt Hinweise darauf, dass sich das Virus über Schulen verbreitet. Ausserdem zeigt sie: Die Zahl der Impfverweigerer ist drastisch zurückgegangen.

Drucken
Teilen
Mehr Erkrankungen in Haushalten mit Kindern: Studienresultate rücken die Rolle der Schulen in ein neues Licht. (Symbolbild)

Mehr Erkrankungen in Haushalten mit Kindern: Studienresultate rücken die Rolle der Schulen in ein neues Licht. (Symbolbild)

Bild: Keystone

(wap) Fast jeder fünfte Einwohner im Alter zwischen 15 und 24 Jahren wurde entweder positiv auf das Coronavirus getestet oder hatte entsprechende Symptome. Dies zeigt eine Umfrage, die die Forschungsstelle Sotomo im Auftrag der SRG durchgeführt hat. Auch in den Altersklassen bis 44 Jahren geben über 15 Prozent an, positiv getestet worden zu sein oder Symptome gehabt zu haben. Bei Personen, die älter sind, liegt der Wert deutlich unter zehn Prozent.

Die am Freitag veröffentlichte Umfrage zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung nicht nur vom Alter abhängt, sondern auch davon, ob jemand Kinder hat. Am meisten Erkrankungen seien bei Personen mit Kindern im Haushalt zu finden, hier gehen 17 Prozent davon aus, schon erkrankt zu sein. Bei Paarhaushalten ohne Kindern sind es nur elf Prozent. «Dies deutet zumindest an, dass die Schulen durchaus einen Faktor bei der Verbreitung des Coronavirus spielen könnten», folgern die Autoren der Studie.

Auch Präsenzpflicht am Arbeitsplatz dürfte eine Rolle spielen. Von den Personen ohne Homeoffice gaben 16 Prozent an, erkrankt zu sein, unter jenen mit Homeoffice waren es nur 13 Prozent. Zu den am stärksten betroffenen Berufsgattungen gehören Gesundheits- und Sozialberufe, Politik und Verwaltung sowie das Management.

Impfverweigerer wählen SVP oder Grüne

Die Untersuchung liefert auch Informationen zur Impfbereitschaft der Schweizer Bevölkerung. Diese ist gemäss Studie seit dem Herbst markant gestiegen. Damals hatten nur 16 Prozent angegeben, sie würden sich impfen lassen, sobald der Impfstoff zugelassen sei. Mittlerweile wollen 41 Prozent die Impfung. Der Anteil der Impfverweigerer ist relativ stabil und – nur leicht – von 28 auf 24 Prozent gesunken.

Stark zurückgegangen ist der Anteil der Personen, die aus Angst vor Nebenwirkungen zuwarten wollten: Im Oktober waren dies noch 29 Prozent, jetzt nur noch 14 Prozent. Am grössten ist der Anteil der Impfverweigerer bei den Deutschschweizern (28 Prozent), gefolgt von den Romands (21 Prozent) und den italienischsprachigen Schweizern (elf Prozent).

Unterschiede gibt es bei der Impfbereitschaft auch zwischen den Anhängern verschiedener politischer Parteien. Unter den SVP-Wählern ist jeder Zweite ein Impfgegner, bei den Grünen-Wählern rund jeder Fünfte. Am wenigsten Impfgegner gibt es bei Anhängern von SP und Grünliberalen, hier wollen sich nur neun Prozent einer Impfung verweigern.

Das Vertrauen in den Bundesrat ist zusammengeschmolzen

Die politische Linie des Bundesrates hat bei der Bevölkerung nach wie vor Rückhalt: Eine Mehrheit steht hinter der Beschränkung der Treffen auf 5 Personen und der Homeoffice-Pflicht. Nur eine Minderheit befürwortet die Schliessung von Verkaufsläden. Insgesamt ist das Vertrauen in den Bundesrat allerdings zusammengeschmolzen: Im April hatten zwei Drittel der Bevölkerung grosses oder sehr grosses Vertrauen in den Bundesrat, im Januar waren es nur noch 32 Prozent.

Aktuelle Nachrichten