Denkanstoss
Sollen Nichtgeimpfte ihre Spitalkosten künftig selber bezahlen?

Wirtschaftsprofessor Marius Brülhart sieht ein Problem in den hohen Gesundheitskosten, die Nichtgeimpfte verursachen. Ein Zusatzversicherungsmodell ist für ihn eine mögliche Lösung.

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Sollen sich Ungeimpfte künftig an den Kosten ihrer Spitalbehandlung beiteiligen sollen? Ein Ökonom liefert einen Denkanstoss. (Symbolbild)

Sollen sich Ungeimpfte künftig an den Kosten ihrer Spitalbehandlung beiteiligen sollen? Ein Ökonom liefert einen Denkanstoss. (Symbolbild)

Keystone

«Ungeimpfte verursachen hohe Gesundheitskosten. Falls das so weitergehen sollte, könnte man schon irgendwann über Einpreisung in Krankenkassenbeiträge diskutieren», schreibt Marius Brülhart auf Twitter. Gegenüber der SRF-Sendung« Heute Morgen» doppelt er nach: «Es ist eine Tatsache, dass Ungeimpfte ein viel grösseres Risiko haben, im Spital zu landen als Ungeimpfte.» Der Lausanner Ökonom rechnet mit Kosten von 25'000 bis 30'000 Franken, die Covid-Patienten für die Spitalpflege verursachen.

Er liefert auch gleich eine Idee, die er als Denkanstoss versteht: eine Zusatzversicherung für Ungeimpfte, welche die Covid-Behandlung abdecken würde. Er orientiert sich dabei am Konzept «Wagnis» aus der Unfallversicherung. «Da geht man davon aus, dass die Betroffenen bewusst ein Wagnis eingehen und daher ein höheres Risiko haben, dass sie eine Spitalbetreuung benötigen. Daher wird ihnen eine höhere Eigenfinanzierung verrechnet», sagt er. Betroffen davon sind beispielsweise Personen, die Risikosportarten betreiben.

Bei Gesundheitspolitikern stösst seine Idee auf Ablehnung. «In unserer Verfassung ist garantiert, dass alle Bürgerinnen und Bürger des Landes eine adäquate Versorgung bekommen», sagt SVP-Nationalrat Thomas de Courten. Und SP-Nationalrätin Barbara Gysi findet, man müsse die Leute überzeugen, damit sie sich impfen lassen – «und nicht über ein Zusatzgeschäft weitere Versicherungen alimentieren». (abi)

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