Coronavirus
Mutation: Taskforce rechnet jede Woche mit Verdoppelung

Bereits 154 mutierte Fälle: Die mutierten Corona-Varianten sind in der Schweiz angekommen. Bereits ab Februar könnten sie mehr Ansteckungen verursachen als die bisherige Variante.

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(abi) Bisher wurden in der Schweiz 120 Mutationen registriert, die entweder der britischen oder südafrikanischen Variante zugeordnet werden konnten. Weitere 34 Fälle müssen noch spezifiziert werden, erklärte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag vor den Medien. «Und wir erwarten weitere Zunahmen», sagte er.

Dabei gehe es vor allem um die Mutation B.1.1.7, die zuerst in Grossbritannien nachgewiesen wurde und ansteckender ist, als bislang bekannte Stämme, sagte Taskforce-Chef Martin Ackermann und sprach von einer «besonderen Gefahr». Ackermann: «Wir müssen von einer Verdoppelung jede Woche ausgehen.»

Mutation könnte bald dominieren

In den vergangenen Wochen hätten sie über 5000 positive Proben genetisch charakterisiert. «Der Anteil von B.1.1.7 hat zugenommen und liegt aktuell bei 2 bis 5 Prozent aller sequenzierten Proben.» Für ihn ist klar: «Geht es so weiter, dann verursacht die Mutation bereits im Februar mehr Ansteckungen als die bisherigen Varianten.» Weshalb diese Mutation ansteckender ist, ist allerdings noch nicht bekannt.

Gleichzeitig betonte Ackermann, dass wir dieser Situation nicht schutzlos ausgeliefert sind. «Wir kennen die Gefahr und wir können frühzeitig handeln», sagte er. «Alles, was wir heute tun, hilft uns in den kommenden Wochen.» Der Wissenschaftler sprach nochmals über die Wichtigkeit, die Zahl der Neuansteckungen generell zu reduzieren, um das Gesundheitswesen zu entlasten. Das Gebot der Stunde sei es daher, Kontakte und Mobilität auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Bereits 66'000 Personen geimpft

Zusätzliche Massnahmen an der Volksschule gehören hingegen aktuell nicht dazu, wie Ackermann weiter erklärte. Allerdings sei es wichtig, sich vorzubereiten und zu schauen, welche Möglichkeiten es gäbe, um Präsenzunterricht zu reduzieren. Daran würden sie momentan mit dem BAG arbeiten.

Einen weiteren Beitrag zur Reduktion der Neuansteckungen soll die Impfkampagne leisten. Wie BAG-Vizedirektorin Nora Kronig sagte, sind nach einer ersten Schätzung in der Schweiz bisher rund 66'000 Personen geimpft worden. Am kommenden Dienstag soll es dazu detailliertere Zahlen geben, kündigte sie an.

Beiträge werden im Januar und Februar ausbezahlt

Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung Seco, sprach derweil den Unternehmen bezüglich Härtefallprogramm Mut zu. «Die Kantone geben Gas. Die Prozesse wurden enorm beschleunigt», sagte er. Zwei Drittel der Kantone könnten die Beiträge bereits im Januar auszahlen, die restlichen mit wenigen Ausnahmen dann spätestens im Februar.

Wichtig sei die Ausweitung des Programms gerade auch für Tourismusbetriebe. «Schätzungen des Seco zeigen, dass die gesamte Nachfrage im Tourismus in Wintersportgebieten im Vorjahresvergleich um einen Drittel zurückgegangen sind», sagt Jakob.