Flugverkehr
Über den Wolken kann wieder in den Amtssprachen gefunkt werden

«Alla fine», «enfin» und «endlich»: Englisch soll nicht länger die einzige Amtssprache am Fliegerhimmel sein. Der Nationalrat will zudem auch stichprobenartige Alkoholkontrollen beim Flugpersonal ermöglichen.

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Ausserhalb des gewerbsmässigen Sichtflugs soll auch wieder in den Schweizer Landessprachen gefunkt werden dürfen.

Ausserhalb des gewerbsmässigen Sichtflugs soll auch wieder in den Schweizer Landessprachen gefunkt werden dürfen.

Keystone

Statt «English only» soll im Schweizer Himmel wieder Sprachenvielfalt gelten. Der Nationalrat hat am Donnerstag eine Änderung im Luftfahrtgesetz angenommen. Damit soll auch wieder in den Schweizer Landessprachen gefunkt werden dürfen. Betroffen davon ist der nichtgewerbsmässige Sichtflug. Die Änderung geht zurück auf eine Motion der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen.

Ebenfalls geregelt werden in der Gesetzesänderung stichprobenartige Alkoholkontrollen bei der Flugbesatzung, die nun auch möglich sein sollen. Anlass zu Diskussionen gab es bei der Frage, ob eine freiwillige Meldepflicht für Ärztinnen und Psychologen eingeführt werden soll. Diese hätten dem Bund melden können, wenn sie bei einem Besatzungsmitglied oder einem Fluglosten Zweifel an der Tauglichkeit zur Ausübung der entsprechenden Tätigkeit haben – dies etwa aufgrund einer Diagnose oder einer festgestellten Sucht. Der Nationalrat wollte dies anders als der Bundesrat nicht und verwies darauf, dass sich Ärztinnen und Ärzte bereits heute vom Berufsgeheimnis entbinden lassen können, um eine entsprechende Meldung zu machen.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga störte sich an der nationalrätlichen Streichung des entsprechenden Passus. Im Strassenverkehr würde eine solche Regelung bereits gelten und darum sei es stossend, wenn es ausgerechnet hier eine Ausnahme gebe. Das Geschäft geht nun in die Ständerat. Auch dieser wird sich mit dieser Frage noch einmal beschäftigen. (mg)

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