GESELLSCHAFT
Betreuung für Gewaltbetroffene: Parlament schafft 24-Stunden-Angebot

Wer Opfer von Gewalt wird oder davon indirekt betroffen ist, soll einfach und rund um die Uhr Hilfe holen können. Das fordert das Parlament.

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Gewaltbetroffene sollten besser unterstützt werden, findet das Parlament. (Symbolbild)

Gewaltbetroffene sollten besser unterstützt werden, findet das Parlament. (Symbolbild)

Keystone

Damit alle Gewaltbetroffenen in akuter Notlage Zugang zu einer Beratung haben, muss diese rund um die Uhr gewährleistet sein, findet das Parlament. Nach dem Ständerat hat auch der Nationalrat stillschweigend einer Motion zugestimmt, die den Bundesrat beauftragt, ein schweizweites professionelles 24h-Beratungsangebot für Opfer von Gewalt und davon mitbetroffenen Personen einzurichten oder dieses schweizweit zu koordinieren.

Durch ein solches 24-Stunden-Angebot wird auch eine Anforderung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt – die so genannte Istanbul-Konvention – umgesetzt. Die aktuellen Beratungsangebote seien lückenhaft und würden den Bedarf nach Hilfe nur zu bestimmten Zeiten decken, begründete Motionärin Eva Herzog (SP/BS) ihre Motion im Ständerat. Ein beträchtlicher Teil der Betroffenen suche jedoch ausserhalb der Bürozeiten Beratung. Zudem sei die Hemmschwelle hoch, sich im Notfall an die Polizei zu wenden. Nach Ansicht von Herzog verschärft die Coronakrise die Situation zusätzlich.(rwa/agl)

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