Gesundheit
Organspende-Initiative: Kommission befürwortet Gegenvorschlag

Nach dem Nationalrat unterstützt auch die Gesundheitskommission des Ständerates den indirekten Gegenvorschlag zur Organspende-Initiative. Nur in einem Punkt weicht die Kommission vom grossen Rat ab.

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Noch immer warten 1500 Menschen in der Schweiz auf eine Organspende. (Symbolbild)

Noch immer warten 1500 Menschen in der Schweiz auf eine Organspende. (Symbolbild)

Keystone

Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung hierzulande grundsätzlich für die Organspende ist. Doch im europäischen Vergleich bleiben die Organspendezahlen tief. Die Initiative «Organspende fördern - Leben retten» will hier ansetzen: Jede Person soll künftig als potenzielle Organspenderin gelten, ausser sie hat sich zu Lebzeiten dagegen entschieden. Heute ist es genau umgekehrt.

Der Bundesrat unterstützt zwar das Anliegen, möchte aber weniger weit gehen. Sein indirekter Gegenvorschlag sieht eine sogenannte erweiterte Widerspruchslösung vor, in der die Angehörigen einbezogen werden müssen. Diese können auch in Zukunft eine Organspende ablehnen, wenn es dem Willen der verstorbenen Person entspricht.

Der Nationalrat sprach sich Anfang Mai für diesen Gegenvorschlag aus. Nun zieht auch die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates nach: Mit 9 zu 3 Stimmen bei 1 Enthaltung unterstützt die Kommission den indirekten Gegenvorschlag, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilen.

Abweichende Haltung beim Spenderegister

Eine Minderheit beantragte, auf den indirekten Gegenvorschlag nicht einzutreten. Der Staat dürfe nicht grundsätzlich jeden zum Organspender machen, der nicht aktiv sein Recht auf körperliche Unversehrtheit einfordere, argumentierte sie.

Die ständerätliche Gesundheitskommission wich in der Detailberatung jedoch in einem Punk vom Beschluss des Nationalrates ab: Mit 7 zu 5 Stimmen bei 1 Enthaltung beantragt sie, das Führen eines Organ- und Gewebespenderegisters nicht gleich von Gesetzes wegen an die nationale Zuteilungsstelle Swisstransplant zu übertragen. Sie will diesen Punkt noch vertiefter prüfen können, heisst es. (dpo)

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