Gesundheit
Zu Hause lebende Senioren müssen häufiger ins Spital als Heimbewohner

Wer im letzten Lebensabschnitt zu Hause lebt, wird öfters hospitalisiert als Alters- und Pflegeheimbewohner. Dies zeigt eine Analyse des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums.

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Wer im hohen Alter in einem Heim wohnt, muss seltener hositalisiert werden, als zu Hause lebende Senioren. (Symbolbild)

Wer im hohen Alter in einem Heim wohnt, muss seltener hositalisiert werden, als zu Hause lebende Senioren. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Langzeitpflegepolitik der einzelnen Kantone und den Hospitalisierungen von Betagten? Diese Frage hat sich das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) gestellt. Schliesslich wird sich der Anteil der hiesigen Bevölkerung ab 80 Jahren bis 2050 verdoppeln und damit steigt auch das Risiko einer funktionalen Beeinträchtigung, wie das Obsan in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse schreibt.

Darin stellt das Gesundheitsobservatorium fest, dass Seniorinnen und Senioren, die ihr letztes Lebensjahr zu Hause verbringen, öfters hospitalisiert werden als Bewohnerinnen und Bewohner eines Alters- und Pflegeheims. Demnach müssen zu Hause lebende Personen über alle Kantone betrachtet 2,4-mal häufiger in ein Spital eingewiesen werden.

Deutschschweiz setzt eher auf Betreuung in Heimen

Gemäss den vom Obsan beigezogenen Fachpersonen sei dies unter anderem auf die «schützende Rolle» der Heime zurückzuführen. Spitalaufenthalte, die auf einen Bruch oder eine Infektion zurückzuführen sind, hängten oft mit einer ungeeigneten Wohnsituation oder einer spät erkannten Verschlechterung des Gesundheit zusammen. Dagegen würden in Alters- und Pflegeheimen entsprechende Gesundheitsprobleme früher erkannt, heisst es.

Gemäss der Analyse sind es vor allem die Westschweizer Kantone, in denen Betagte möglichst lange zu Hause leben wollen. Umgekehrt richte sich die Deutschschweiz eher auf die Betreuung im Alters- und Pflegeheim aus. Unter dem Strich lässt sich laut Obsan aber nicht abschliessend klären, welche Betreuungsform effizienter ist. Ob und wann eine Person in ein Heim kommen sollte, hänge von vielen Faktoren ab. Zudem sei die Finanzierung je nach System sehr unterschiedlich.