Gesundheitsbefragung
Immer weniger Frauen verhüten mit der Pille

Seit 1992 ist die Benützung der Antibabypille rückläufig. Sie bleibt für Frauen aber die häufigste Verhütungsmethode. Das zeigt die Schweizerische Gesundheitsbefragung.

Dario Pollice
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Vor allem jüngere Frauen setzen immer seltener bei der Verhütung auf die Pille. (Symbolbild)

Vor allem jüngere Frauen setzen immer seltener bei der Verhütung auf die Pille. (Symbolbild)

Keystone

In der Schweiz wird am häufigsten mit dem Kondom (42 Prozent) und der Pille (31 Prozent) verhütet, wobei sich die Zahlen auf Frauen und Männer zusammen beziehen. Dies zeigen neue Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 1992–2017, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag schreibt. Als dritthäufigste Verhütungsmethode haben Frauen die Hormonspirale (12 Prozent) und Männer die Sterilisation (15 Prozent) genannt.

Wichtigste Verhütungsmethoden 2017 bei 15- bis 49-jährigen Frauen und 15- bis 74-jährigen Männern.

Wichtigste Verhütungsmethoden 2017 bei 15- bis 49-jährigen Frauen und 15- bis 74-jährigen Männern.

BFS

Insgesamt ist in den letzten rund 30 Jahren der Anteil der verhütenden Frauen von 54 Prozent auf 72 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist die Benützung der Pille rückläufig. So gaben 2017 etwa ein Drittel der Frauen an, mit Pille zu verhüten, 1992 waren es noch etwas mehr als die Hälfte. Der Rückgang sei vor allem bei Frauen unter 35 Jahren bemerkbar.

Für diese Entwicklung gibt es laut BFS verschiedene Gründe. Junge Frauen setzten vermehrt auf alternative hormonelle Methoden wie Verhütungsstäbchen, Verhütungspflaster oder Verhütungsring. Eine Abnahme sei eventuell aber auch auf Skandale im Zusammenhang mit Östrogen-Gestagen-Pillen der dritten und vierten Generation zurückzuführen, heisst es. Seit 2012 werde daher eher empfohlen, kombinierte Pillen der zweiten Generation oder Gestagen-Pillen zu verschreiben.

Verwendung der Pille 1992-2017 bei Frauen.

Verwendung der Pille 1992-2017 bei Frauen.

BFS

Verhütungsmethode hängt auch von Alter ab

Weiter geht aus der Gesundheitsbefragung hervor, dass bei den jüngeren Männern zuletzt ein Rückgang bei der Verwendung des Kondoms festzustellen ist, von 80 Prozent (2007) auf 70 Prozent (2017). Zudem wird die Sterilisation bei den Männern wieder weniger oft durchgeführt, nachdem sie zwischenzeitlich kurz angestiegen war.

Ob und wie verhütet wird, hängt dabei stark vom Alter und von der Lebensphase ab, wie es in der Mitteilung heisst. Generell lasse sich sagen, dass jüngere Personen häufiger verhüten als ältere. Beispielsweise verwenden ältere Frauen weniger häufig Kondome, während die Sterilisation bei den befragten Männern im Alter von 65 bis 74 Jahren eher ansteigt.

Ein weiterer Faktor bei der Verhütungsmethode ist der Beziehungsstatus. Kinderlose, alleinlebende Frauen verwenden demnach häufiger die Pille und das Kondom als Frauen mit Kindern und in einer Beziehung. Frauen mit mindestens einem Kind geben dafür häufiger die Hormonspirale oder die Sterilisation des Mannes oder der Frau an.

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