Gewalt gegen Frauen
NGO-Petition: EU und Schweiz sollen Istanbul-Konvention konsequent umsetzen

Die Schweiz und die EU-Länder sollen Gewalt gegen Frauen als besonderen Asylgrund anerkennen. Über 80 europäische Organisationen verlangen die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention.

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Eine europäische Koalition von NGOs fordert stärkeren Schutz für Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt, die Asyl suchen.

Eine europäische Koalition von NGOs fordert stärkeren Schutz für Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt, die Asyl suchen.

Keystone

Viele Frauen, Mädchen und LGBTQ-Personen fliehen aus ihrer Heimat, weil sie Opfer von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt sind. Dazu zählen etwa Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung und Menschenhandel. Trotzdem werden die spezifischen Asylgründe dieser Menschen oft nicht anerkannt, kritisiert die Koalition Feministasylum. Dies, obwohl zahlreiche europäische Länder die Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen unterzeichnet haben.

Am Donnerstag hat die Koalition, zu der mehr als 80 Organisationen gehören, eine Petition zuhanden der EU und den Ländern des Schengen-Raums lanciert. Darin fordern die Initiantinnen die «konsequente Anerkennung spezifischer Asylgründe» für Frauen, Mädchen und LGBTQ-Personen, wie es in einer Mitteilung heisst. Dabei sollen die Regierungen die besonderen Bedürfnisse der Opfer in allen Phasen des Asylverfahrens berücksichtigen.

Die Koalition fordert zudem die Schaffung einer europäischen Überwachungsstelle, welche die Umsetzung der Istanbul-Konvention gewährleistet. Dabei fasst die Petition vor allem Artikel 60 des Übereinkommens ins Auge. Die Unterzeichnerstaaten – darunter auch die Schweiz – sollen sicherstellen, dass Gewalt gegen Frauen aufgrund des Geschlechts als eine Form der Verfolgung anerkannt wird, «die einen ergänzenden Schutz begründet.»

Zu den Mitunterzeichnerinnen der Petition gehören gemäss Mitteilung die Schweizerische Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht, Brava (ehemals Terre des Femmes) und die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration. (dpo)

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