Jahresrechnung
Zürich und Bern schneiden im zweiten Coronajahr deutlich besser ab als erwartet

Die Städte Zürich und Bern haben für 2021 mit einem Defizit gerechnet, präsentieren aber nun beide Ertragsüberschüsse. Grund sind mitunter höhere Steuereinnahmen.

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Trotz Ertragsüberschuss besteht in Bern weiter finanzieller Handlungsbedarf.

Trotz Ertragsüberschuss besteht in Bern weiter finanzieller Handlungsbedarf.

Keystone

Die Stadt Bern präsentierte ihre Jahresrechnung am Donnerstag. Sie schliesst mit einem Überschuss von 5,2 Millionen Franken ab. Budgetiert war ein Defizit von knapp 41 Millionen. Wie die Stadt mitteilte, gibt es für das Ergebnis verschiedene Gründe. So sorgten unter anderem tiefere Zahlungen im Sozialbereich dafür, dass der betriebliche Aufwand um 22 Millionen Franken tiefer war als budgetiert. Die Steuererträge lagen derweil 19 Millionen über dem Budget.

Der erwirtschaftete Überschuss bedeute «einen Zeitgewinn für die nachhaltige Stabilisierung des Finanzhaushalts», heisst es in der Mitteilung weiter. Doch trotz besserem Ergebnis würden die Vorgaben der städtischen Finanzstrategie nicht erreicht. Wegen der hohen Investitionen seien für eine Begrenzung des Schuldenwachstums Überschüsse von 20 Millionen Franken nötig. Für eine weitere Verbesserung des Haushalts gibt es laut Mitteilung «weiterhin finanzpolitischen Handlungsbedarf».

Zürich: Gerüstet für schwierige Jahre

Besser sieht es in der Stadt Zürich aus, die ebenfalls diese Woche ihren Jahresabschluss vorlegte. Die grösste Schweizer Stadt erzielte einen Ertragsüberschuss von 120 Millionen Franken, 415 Millionen besser als budgetiert. Zwar habe es auch 2021 Mehrbelastungen durch die Coronakrise gegeben, doch auch in Zürich fielen die Steuereinnahmen um 161 Millionen Franken höher aus als erwartet. Zusätzlich zum Überschuss beigetragen habe auch ein um 82 Millionen besseres Ergebnis beim Personalaufwand.

Das Rechnungsergebnis bestätige einmal mehr die Strategie des Stadtrats, die Finanzpolitik auf langfristige Stabilität auszurichten, heisst es in der Mitteilung weiter. Obwohl verschiedene Herausforderungen wie das Bevölkerungswachstum oder der Klimawandel bevorstehen würden, ist Zürich laut Finanzvorsteher Daniel Leupi gut gerüstet: «Das nochmals erhöhte Eigenkapital und die erneut reduzierten langfristigen Schulden geben der Stadt die finanzielle Basis, um auch kommende schwierige Jahre zu überbrücken.» (agl)

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