Kampagne
Angst um Start-Ups und Nachfolge: Jungbürgerliche gegen 99%-Initiative

Die bürgerlichen Jungparteien wollen es mit den Juso aufnehmen: Sie fahren eine eigene Kampagne gegen die Steuerinitiative der SP-Jugend.

Peter Walthard
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Beteiligt sind neben der Jungen SVP, den Jungfreisinnigen auch der Jungen Mitte auch die Jungen Grünliberalen. An einer Medienkonferenz eröffneten am Dienstag Nachwuchsunternehmer aus allen vier Jungparteien den Abstimmungskampf. Allen gemein ist die Sorge, dass die Steuerpläne der Juso gerade jungen Geschäftsleuten und Unternehmern das Wirtschaften schwer machen könnte. Die sogenannte «99%-Initiative» will Kapitaleinkommen aus Zinsen oder Dividenden stärker besteuern.

«Junge gegen die Juso-Initiative»: Am Dienstag starteten die Jungpolitiker ihre Kampagne.

Keystone-SDA

Dies könnte für die Startup-Szene schwerwiegende Folgen haben, warnt der Jungfreisinnige Raphael Tobler laut Medienmitteilung. Ohne «Business Angels» sei ein erfolgreiches Wachstum für Startups kaum möglich. Die Steuer nehme den Investoren aber jeden Anreiz, in neu gegründete Unternehmen zu investieren. Betroffen davon könnte auch die Energiewende sein, gibt der Grünliberale Maxime Auchlin zu bedenken.

Nachfolgeregelungen erschwert

Probleme bereite die Steuererhöhung auch bei der Betriebsübernahme, kritisierte Andrea Kaufmann von der Jungen Mitte. In einem Familienbetrieb werde die Nachfolgeregelung bei Annahme der Juso-Initiative zur Herausforderung. Derartige Probleme kämen auch auf junge Landwirte zu, die den elterlichen Hof übernehmen wollten, sagt Junglandwirt und Gemüsebauer Geoffray Sirolli. Katja Riem von der Jungen SVP wirft den Initianten vor, gerade die Jungen mit Innovationen und Ideen mit höheren Steuern einschränken und bremsen zu wollen.

Über die Initiative wird am 26. September abgestimmt. Sie fordert, dass Kapitalgewinne über einem bestimmten Betrag zu 150 statt zu 150 Prozent versteuert werden müssen: 100'000 Franken Kapitalgewinn müssten dann so versteuert werden, als ob es 150'000 Franken wären. Laut Juso-Kampagne wären davon hauptsächlich die Einkommen von «Superreichen» betroffen. Bundesrat und Parlament, bürgerliche Parteien und Verbände sowie Teile der SP befürchten jedoch negative Auswirkungen auf den Mittelstand und lehnen die Initiative ab.

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