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Reformierte Kirche zahlt 50'000 Franken nach Fall Locher

Der oberste Reformierte der Schweiz musste nach neun Jahren im Amt nach Vorwürfen zurücktreten. Nun hat die Beschwerdeführerin eine Entschädigung erhalten.

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Der Rücktritt des Kirchenbund-Präsidenten Gottfried Locher hängt mit einer Affäre zusammen.

Der Rücktritt des Kirchenbund-Präsidenten Gottfried Locher hängt mit einer Affäre zusammen.

Keystone

Dem ehemaligen Kirchenbund-Präsidenten Gottfried Locher wird vorgeworfen, dass er in mehreren Fällen seine Macht ausgenutzt habe, um Frauen auch gegen deren Willen nahe zu kommen. Nun hat die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) einer Frau 50'000 Franken bezahlt. Sie war die Beschwerdeführerin im Fall Locher. Mit dem Geld sollen einen Teil der ihr entstandenen Rechtsvertretungskosten gedeckt werden und auch eine Genugtuung ist eingerechnet. Diese werde «auf Wunsch der Beschwerdeführerin Organisationen in den Bereichen Gewaltprävention und Opferhilfe zukommen», wie es in einer Mitteilung der EKS vom Dienstag heisst. Die Zahlung erfolge ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.

Locher wird vorgeworfen in einem Fall eine Angestellte des damaligen Kirchenbundes «in ihrer Persönlichkeit verletzt» zu haben, auch durch «sexuelle Belästigung». Zu diesem Schluss kam eine kircheninterne Untersuchungskommission. Sie stützt sich grösstenteils auf eine zuvor durchgeführte externe Untersuchung einer Anwaltskanzlei. Konkret ist die Rede von «ungebührlicher Annäherung in der Geschäftsstelle» und von «unerwünschten Avancen». Locher trat nach den Vorwürfen anfangs 2020 zurück.

Zusammen mit der Zahlung legt die EKS der «Synode auch einen Aktionsplan zur Beratung vor, der den Umsetzungsstand der 17 zu prüfenden Empfehlungen aufzeigt», wie es in der Mitteilung heisst. Diese sollen verhindern, dass es erneut zu solchen Übergriffen kommen kann. (mg)