Klage gegen den Bund
«Man lässt uns ausbluten»: Fitnesscenter-Verband klagt auf Schadenersatz

Die Schadenersatzklage gegen den Bund sei ein «Befreiungsschlag», sagt der Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheits-Center Verbandes, Claude Ammann.

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Für die Schliessung der Fitnesscenter gebe es keine auf Daten basierende Begründung, kritisiert deren Dachverband. (Symbolbild)

Für die Schliessung der Fitnesscenter gebe es keine auf Daten basierende Begründung, kritisiert deren Dachverband. (Symbolbild)

Keystone

(wap) Die Fitnesscenter würden ungerecht behandelt, die Schliessung durch den Bund sei nicht gerechtfertigt. Dies sagt Claude Ammann, Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheits-Center Verbandes in einem am Sonntag von Blick.tv veröffentlichten Interview. In diesem bestätigte er Berichte von Blick.ch, wonach der Verband eine Schadenersatzklage gegen den Bund eingereicht hatte. Diese sei ein «Befreiungsschlag», sagte Amman. In der Westschweiz, wo die Center seit November geschlossen sind, seien bereits bis zu neun Prozent der Anbieter Konkurs gegangen.

Für die Schliessung der Fitnesscenter gebe es keine auf Daten basierende Begründung, so die Kritik des Verbandes. Sie sei deshalb willkürlich. Eine Befragung unter den Verbandsmitgliedern habe gezeigt, dass sich im letzten Jahr nur eine Handvoll Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt hätten, sagte Ammann. Dies obwohl diese sich acht Stunden täglich im Fitnessstudio aufhielten und Kontakt mit sehr vielen Menschen hätten. Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) habe noch im letzten Sommer erklärt, dass Fitnessstudios keine Ansteckungsherde seien. Dies sei auch vom deutschen Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt worden. Schliesslich seien die Fallzahlen nun trotz der Schliessung der Fitnesseinrichtungen angestiegen, was darauf hinweise, dass die Ansteckungen andernorts passierten.

Amman will den juristischen Kampf um Schadenersatz «bis zum letzten durchziehen». Viele Kantone hätten sich bei Entschädigungen knausrig gezeigt. Dies liege auch am Image der Fitnessstudios, die von vielen noch als Mucki-Bude wahrgenommen würden. Tatsächlich sei die Mehrheit der Kundschaft aber über 50 Jahre alt, oft handle es sich um Menschen mit Rücken- und Schulterproblemen. Für diese habe die Schliessung auch gesundheitliche Folgen, so Ammann.

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