Klimawandel
Bundesrat verabschiedet Klimastrategie bis 2050

Der Bundesrat hat die «Langfristige Klimastrategie der Schweiz» verabschiedet, mit der er die Pariser Klimaziele erreichen will. Eine Umweltschutzorganisation übt bereits Kritik.

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(agl) 2019 hat der Bundesrat beschlossen, dass die Schweiz im Jahr 2050 klimaneutral sein soll. Das heisst, dass sie nicht mehr Treibhausgase ausstossen soll, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können. In seiner langfristigen Klimastrategie formuliert der Bundesrat nun strategische Grundprinzipien, mit denen die Klimaziele erreicht werden sollen.

Umweltministerin Simonetta Sommaruga am Donnerstag vor den Medien: «Das Netto-Null-Ziel bis 2050 ist machbar und bezahlbar»

Keystone-SDA

Laut einer Mitteilung des Bundesamt für Umwelt (BAFU) vom Donnerstag zeigt die Strategie für die Sektoren Gebäude, Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Ernährung, den Finanzmarkt, die Luftfahrt sowie die Abfallindustrie mögliche Entwicklungen bis zum Jahr 2050 auf und definiert Zielsetzungen. So sollen die Treibhausgasemmissionen in den Bereichen Verkehr, Gebäude und Industrie bis 2050 um knapp 90 Prozent vermindert werden können, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Im Bereich Landwirtschaft und Ernährung sei eine Reduktion um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 möglich.

CO2-Gesetz dient als Grundlage

Weil die Emissionen nicht überall auf 0 gesenkt werden können, verbleiben laut der Klimastrategie auch nach 2050 noch rund 12 Millionen CO2-Äquivalente. Diese kommen aus der Industrie, der Abfallverwertung und der Landwirtschaft. Der Bundesrat will sie mit CO2-Abscheidungs- und Einlagerungstechnologien sowie Negativemissionstechnologien ausgleichen. «Die Schweiz ist als innovations- und finanzstarkes Land mit fast CO2-freier inländischer Stromproduktion in einer guten Ausgangslage, um das Netto-Null Ziel bis 2050 zu erreichen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Als Grundlage für die Klimastrategie dient gemäss dem Bundesrat das revidierte CO2-Gesetz. Dieses sei eine zentrale Voraussetzung dafür, dass das langfristige Klimaziel erreicht werden könne. Doch verschiedene Verbände aus der Autobranche, der Gebäude- und der Mineralölbranche haben kürzlich erfolgreich das Referendum gegen das revidierte Gesetz eingereicht. Über die Grundlage der Klimastrategie muss also zunächst das Volk befinden.

Greenpeace noch nicht zufrieden

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert in einem Statement vom Donnerstag die bundesrätlichen Pläne: «Die Pläne der Regierung sind zu wenig ambitioniert, andere Länder haben sich höhere Ziele gesteckt», lässt sich Georg Klingler, Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz, in der Mitteilung zitieren. Weiter unterstellt Greenpeace, dass es falsch sei zu behaupten, «dass die Schweiz mit diesen Plänen auf Kurs ist, um die globale Erderhitzung auf 1,5 Grad zu beschränken», so Klingler. Im Gegenteil: Die Schweiz werde mit der heute präsentierten Klimastrategie «das verbleibende CO2-Emissionsbudget um mehr als das Doppelte überziehen.»

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