Landwirtschaft
Nach Rinderwahn-Krise: Tiermehl könnte schon bald wieder im Futter sein

Seit der Rinderwahn-Krise ist Tiermehl als Beigabe im Nutztierfutter verboten. Doch das könnte sich bald ändern: Die EU hat ihr Verbot bereits gelockert. Nun sendet auch der Bundesrat positive Signale.

Reto Wattenhofer
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Vor dem Ausbruch der Rinderwahn-Krise gang und gäbe: Im Bild eine Tiermehlfabrik im Jahr 1996.

Vor dem Ausbruch der Rinderwahn-Krise gang und gäbe: Im Bild eine Tiermehlfabrik im Jahr 1996.

Keystone

Auslöser der sogenannten Rinderwahn-Krise zu Beginn des Jahrtausends war verunreinigtes Tiermehl. Dieses löste bei den betroffenen Tieren eine schwere Krankheit aus, die Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE). Wer BSE-verseuchtes Fleisch ass, konnte ebenfalls tödlich erkranken. 2001 zog der Bund dann die Notbremse. Schlachtnebenprodukte dürfen seither nicht mehr an Nutztiere verfüttert werden. Und dieses Verbot blieb bestehen, obwohl es immer wieder Anläufe gab, Tiermehl zumindest bei gewissen Nutztierarten wieder einsetzen zu dürfen.

Im August dann kam Bewegung in die Sache. Die EU beschloss, dass Tiermehl und Co. dem Futter für Geflügel und Schweine wieder beigemischt werden dürfen. Nun sieht es danach aus, als ob auch die Schweiz bei dieser Lockerung nachziehen würde. Der Bundesrat unterstützt das Vorhaben der EU, wie seine am Donnerstag publizierte Antwort auf einen Vorstoss aus dem Parlament zeigt.

Gute Chancen im Parlament

Der Thurgauer SVP-Nationalrat Manuel Strupler fordert in seiner Motion, dass bald in der Schweiz gesetzliche Grundlagen geschaffen werden, damit tierische Eiweisse aus Schlachtnebenprodukten von Schweinen und Hühnern wieder als Futtermittel verwendet werden können. Davon ausgenommen blieben «Pflanzenfresser» wie Rindvieh oder Pferde.

Bei der Einführung des Verbotes sei die Schweiz der EU gefolgt, argumentiert Strupler. Daher sei jetzt ebenfalls eine Angleichung angezeigt, damit keine Wettbewerbsnachteile entstünden. Allerdings müsse die Lebensmittelsicherheit gewährleistet sein.

Die Chancen für das Anliegen im Parlament stehen gut. Rückendeckung kommt in dieser Frage für die SVP nämlich auch von der Seite der Ratslinken. So hat die Schaffhauser SP-Nationalrätin Martina Munz einen ähnlich gelagerten Vorstoss eingereicht.

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