Pestizide
Schweizer Bauern wollen Vertrauen der Bevölkerung zurück gewinnen

Nach dem Nein zu den Pestizid-Initiativen beschäftigt sich der Schweizerische Bauernverband mit dem Pestizidgesetz. Mitte August wollen sie dazu Stellung beziehen.

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Bauernverbandspräsident Markus Ritter verspricht, dass die Bauern ihren Beitrag leisten werden.

Bauernverbandspräsident Markus Ritter verspricht, dass die Bauern ihren Beitrag leisten werden.

Keystone

Das Nein der Schweizer Stimmbevölkerung zu den Pestizid-Initiativen am Sonntag war deutlich: Lediglich 40 Prozent stimmten den Vorlagen zu, die den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft beschränken wollten. Markus Ritter, Präsident des Bauernverbands, sagt im Gespräch mit der NZZ am Montag, dass man die Stimmen dieser 40 Prozent ernst nehmen wolle.

«Das Parlament hat in der Frühlingssession das strengste Pestizidgesetz in ganz Europa beschlossen. Damit wollen wir bis 2027 eine Halbierung der Risiken im Bereich der Pestizide erreichen», sagte er und verspricht, dass die Bauern ihren Beitrag leisten werden. Das Parlament habe mit den Beschlüssen im Landwirtschafts-, Gewässerschutz- und Chemikaliengesetz die richtigen Antworten auf die bestehenden Herausforderungen gegeben.

Vernehmlassung läuft

Laut Ritter befindet sich das erste Verordnungspaket nun in der Vernehmlassung. «Unsere 85 Mitgliedsorganisationen, die traditionell viel Einfluss im Verband haben, können nun ihre Eingaben machen», sagte er. Das Parlament des Schweizerischen Bauernverbands will dann am 19. August über das Paket entscheiden. Ritter betont, dass der Verband das Paket im Grundsatz mittrage, trotzdem gebe es Verbesserungspotenzial. Dieses werde man in der Vernehmlassung einbringen.

Der Bauernverbandspräsident denkt dabei beispielsweise an die Eiweissreduktion in der Tierhaltung, die in zwei Stufen erfolgen soll. Während Ritter die erste Stufe, wonach kein Eiweisskonzentrat mehr verfüttert werden darf, nachvollziehen kann, hadert er mit der zweiten. «Bei der zweiten dürfen die Bauern für das Rindvieh nur noch Getreide, Mais oder Zuckerrüben zukaufen – kein Heu. Das ist einfach unsinnig.» (abi)

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