Medikamente
Preisüberwacher kritisiert: Generika sind in der Schweiz noch immer zu teuer

Schweizerinnen und Schweizer bezahlen für Generika deutlich zu viel – gerade im Vergleich zum Ausland, so das Fazit des Preisüberwachers. Und Stefan Meierhans schlägt Massnahmen zur Korrektur vor.

André Bissegger
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Schweizerinnen und Schweizer bezahlen für Generika durchschnittlich zweieinhalb Mal mehr als die europäischen Mitbürger. (Symbolbild)

Schweizerinnen und Schweizer bezahlen für Generika durchschnittlich zweieinhalb Mal mehr als die europäischen Mitbürger. (Symbolbild)

Keystone

Die Ausgaben für Medikamente in der Schweiz steigen seit Jahren. Sogenannte Generika sollen daher helfen, die Gesundheitskosten zu senken, da sie günstiger sind als die Originale mit dem gleichen Wirkstoff. Doch genau hier happert es: Auch die Generikapreise sind in der Schweiz deutlich überhöht, schreibt Preisüberwacher Stefan Meierhans in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Nachahmerpräparate seien in der Schweiz zu teuer und deren Anteil am Medikamentenmarkt sei im europäischen Vergleich relativ tief.

Meierhans verglich die Auslandspreise von 20 umsatzstarken Wirkstoffen mit abgelaufenen Patenten. Dazu wurden die Publikumspreise (PP) vom Originalmedikament und vom jeweils günstigsten wirkstoffgleichen Generikum verglichen.

Zweieinhalbmal teurer als in EU-Vergleichsländern

Fazit des Preisüberwachers: «Die Schweiz hat im Vergleich mit den untersuchten 15 europäischen Vergleichsländern die mit Abstand teuersten Generikapreise.» Das günstigste Generikum in der Schweiz koste durchschnittlich mehr als zweieinhalbmal so viel wie in den europäischen Vergleichsländern.

Auch die patentabgelaufenen Originale laut dem Preisüberwacher viel teurer als im vergleichbaren europäischen Ausland. Allerdings gebe es dort meist ein Referenzsystem, so dass die jeweilige Grundversicherung nur den Preis eines günstigeren Generikums bezahlen muss.

Verschiedene Massnahmen sollen Kosten senken

Um die Gesundheitskosten und damit auch die Krankenkassenprämien in den Griff zu bekommen, schlägt Stefan Meierhans ein Massnahmenbündel vor. In dessen Zentrum steht einerseits ein «griffiges Referenzsystem». Andererseits sollen die Abgabe von Generika gefördert, die Vertriebsmargen angepasst oder Parallelimporte vereinfacht werden.

Der Preisüberwacher zeigt sich in seinem Bericht überzeugt davon, dass dieser Bündel von Massnahmen mithelfen wird, die Medikamentenkosten zu senken und Fehlanreize im System zu reduzieren. «Damit kann der Anstieg der Gesundheitskosten und somit auch die Krankenversicherungsprämien in den nächsten Jahren gebremst werden», schreibt Stefan Meierhans. Es sei nun an der Politik, die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten.

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