Migration
Fälle von Menschenhandel früh erkennen: SEM will Prozesse anpassen und Informationsfluss verbessern

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) will Asylverfahren für potenzielle Opfer von Menschenhandel verbessern. Besonders wichtig ist dabei, dass diese früh erkannt werden.

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Potenzielle Opfer von Menschenhandel sollen früher erkannt werden. (Symbolbild)

Potenzielle Opfer von Menschenhandel sollen früher erkannt werden. (Symbolbild)

Keystone

Das SEM reagiert damit auf einen Bericht der Arbeitsgruppe «Asyl und Menschenhandel». Diese hat verschiedene Empfehlungen ausgesprochen, wie potenzielle Opfer von Menschenhandel besser erkannt und deren Rechte im Asylverfahren gewährleistet werden können. Ein Grossteil der Empfehlungen habe das SEM aufgrund der Überlegungen in der Arbeitsgruppe in den letzten Jahren bereits umgesetzt, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

So wurde für potenzielle Opfer von Menschenhandel eine Erholungs- und Bedenkzeit von 30 Tagen eingeführt, während der keine Anhörungen zu den Asylgründen durchgeführt werden. Zudem sehe das SEM eine besondere Anhörung vor, wenn es Anhaltspunkte für Menschenhandel gibt. Weiter sind laut Mitteilung die Schulungsmassnahmen für das Personal verstärkt worden.

Nicht alle Empfehlungen werden umgesetzt

Wie das SEM weiter schreibt, sollen die Asylverfahren noch weiter optimiert werden. Im Rahmen eines laufenden Projekts sollen klare Kriterien bestimmt werden, um den Schutzbedarf zu ermitteln und eine einheitliche Behandlung von besonders schutzbedürftigen Personen sicherzustellen. Weiter will das Staatssekretariat die interne Kommunikation verbessern, beispielsweise zwischen Betreuungs- und Gesundheitspersonal. Ebenso soll der Austausch mit der Rechtsvertretung der Asylsuchenden sowie mit spezialisierten Nichtregierungsorganisationen erleichtert werden.

Nicht alle Empfehlungen der Arbeitsgruppe «Asyl und Menschenhandel» will das SEM jedoch umsetzen. Wie es in einer Stellungnahme zum Bericht heisst, ist das Staatssekretariat zum Beispiel gegen die Einsetzung einer unabhängigen Kommission, die über die formelle Identifizierung von Opfern von Menschenhandel im Asylverfahren entscheidet. Ebenfalls will das SEM nicht, dass eine Vorbereitung der asylsuchenden Person durch ihre Rechtsvertretung vor einer Anhörung zwingend ist. Eine solche sei zwar wünschenswert, dürfe aber die gesetzmässige Durchführung des Verfahrens nicht behindern.

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