Pandemie
Abwasserproben zeigen: Zahl der Covid-Fälle wohl höher als angenommen

Zum Ende der Sommerferien war die tatsächliche Anzahl der Covid-Ansteckungen wohl höher, als die Fallzahlen vermuten liessen. Das zeigt das Abwassermonitoring im Kanton Zürich. Dafür sinkt die Viruskonzentration im Abwasser nun wieder.

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Das Kantonale Labor untersuchte Proben von zwölf Kläranlagen, unter anderem von der Anlage Werdhölzli. (Symbolbild)

Das Kantonale Labor untersuchte Proben von zwölf Kläranlagen, unter anderem von der Anlage Werdhölzli. (Symbolbild)

Keystone

Mit den Reiserückkehrern stiegen die Fallzahlen zum Ende der Sommerferien hierzulande wieder stark an. Zu Beginn der Ferien meldete der Kanton Zürich am 13. Juli 133 neue Ansteckungen. Am 23. August waren es bereits 413 Fälle, die Ansteckungszahlen haben sich verdreifacht. Neue Ergebnisse des kantonalen Abwassermonitorings lassen jedoch eine hohe Dunkelziffer vermuten.

Mit dem Anstieg der Fallzahlen verzeichnete das Labor eine höhere Viruskonzentration im Abwasser. Allerdings stieg Letztere viel stärker an als die Fallzahlen, wie die Zürcher Gesundheitsdirektion am Mittwoch mitteilt: «Tatsächlich dürften die Infektionen in dieser Zeit stärker zugenommen haben, als dies die Fallzahlen zeigten.» Umgekehrt sei die Viruskonzentration im Abwasser in den letzten Tagen stärker gesunken als die Fallzahlen. Das deute auf eine fallende Dunkelziffer hin, heisst es weiter.

Zürich entnimmt über den ganzen Kanton verteilt seit Ende Mai in zwölf Kläranlagen dreimal wöchentlich Proben. Anschliessend analysiert das Kantonale Labor diese auf die Konzentration von Sars-CoV-2-Viren. Das Monitoring erlaubt es dem Kanton laut eigenen Aussagen das Infektionsgeschehen genauer zu verfolgen. Denn es flössen auch unentdeckte, asymptomatische Erkrankungen in die Resultate ein. Beim Vergleich der Viruskonzentrationen zwischen den zwölf Anlagen sei jedoch Vorsicht geboten: lokale Gegebenheiten wie Industrie-, Fremdwasser- und Regenwasseranteil könnten die Resultate beeinflussen. (dpo)

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