Pandemie
Zertifikatspflicht in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen: Graubünden macht Ernst

Wer im Gesundheitswesen arbeitet und nicht geimpft ist, muss ab Montag in Graubünden zwei Mal pro Woche zum Coronatest antraben. Damit gilt faktisch eine Zertifikatspflicht.

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Nicht geimpft oder nicht genesen? Ab Montag gilt in Bündner Spitälern für das Personal eine Testpflicht.

Nicht geimpft oder nicht genesen? Ab Montag gilt in Bündner Spitälern für das Personal eine Testpflicht.

Keystone

Einmal mehr prescht der Kanton Graubünden vor – zumindest in der Deutschschweiz. Die Regierung hat beschlossen, einheitliche Testvorgaben im Gesundheitswesen zu erlassen. Ab nächstem Montag gilt: Für das ungeimpfte und nicht genesene Personal in Spitälern, Kliniken, Alters- und Pflegeheimen, Spitex, Wohnheimen für Menschen mit Behinderung und Kindertagesstätten ist zweimal wöchentliches Testen obligatorisch.

Damit verfolgt Graubünden eine ähnliche Strategie wie in gewissen Westschweizer Kantonen. In Genf müssen Pflegende bereits seit mehr als zwei Wochen ein Covid-Zertifikat vorlegen. Wer sich weigert, muss sich trotzdem alle sieben Tage testen lassen.

Mit der am Donnerstag angekündigten Verschärfung möchte die Bündner Regierung Patienten und Bewohner von sozialmedizinischen Einrichtungen vor Coronaausbrüchen schützen. Ein negatives Ergebnis aus den Betriebstestungen wird einem Covidzertifikat gleichgestellt. Der Kanton stützt sich rechtlich dabei auf das Epidemiengesetz.

Auch für Besuch gilt Zertifikatspflicht

Ein gültiges Covid-Zertifikat müssen auch Besucherinnen und Besucher dieser Einrichtungen vorweisen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Einzig das Personal in Sonderschulen auf Stufe Volksschule, in Wohnheimen der beruflichen Grundbildung, der Mittelschule sowie der Tertiärstufe sind von der Testpflicht ausgenommen. Wer seine Kinder aus der Krippe abholt, benötigt dagegen kein Zertifikat.

Die Bündner Behörden stellen generell einen starken Anstieg der Fallzahlen fest. Sie rufen daher die Bevölkerung auf, sich weiter impfen zu lassen. Um vor dem Winter eine genügend hohe Durchimpfungsrate zu erreichen, sollen sich in den kommenden Wochen täglich 800 Personen impfen lassen. (rwa)

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