Regierungswahlen Freiburg
Freiburger Staatsrat bleibt in bürgerlicher Hand: SVP und Grüne wieder in Regierung

Der bürgerliche Schulterschluss in Freiburg zeigt im zweiten Wahlgang Wirkung: Die Allianz aus Mitte, FDP und SVP kann ihre fünf Sitze halten. Es kommt aber zu parteipolitischen Veränderungen.

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Im ersten Wahlgang hatte Sylvie Bonvin-Sansonnens das beste Ergebnis erzielt. Nun schafft die Grüne den Sprung in Freiburgs Regierung.

Im ersten Wahlgang hatte Sylvie Bonvin-Sansonnens das beste Ergebnis erzielt. Nun schafft die Grüne den Sprung in Freiburgs Regierung.

Keystone

Die Freiburger Regierung bleibt bürgerlich dominiert: Im zweiten Wahlgang wurden Didier Castella und Romain Collaud (beide FDP) sowie Olivier Curty und Jean-Pierre Siggen (beide Die Mitte), Sylvie Bonvin-Sansonnens (Grüne), Philippe Demierre (SVP) und Jean-François Steiert (SP) gewählt. Damit gewann die SVP am Sonntag einen Sitz der «Mitte» und die Grünen einen der SP.

Im ersten Wahlgang für den siebenköpfigen Freiburger Staatsrat vor drei Wochen erreichte keine Kandidatin und kein Kandidat das absolute Mehr. Das beste Resultat erzielte damals Jean-François Steiert (SP/bisher) vor der überraschenden Kandidatin Sylvie Bonvin-Sansonnens von den Grünen. Ihre Partei war seit vier Jahren nicht mehr in der Regierung vertreten gewesen. Auf dem dritten Platz landete damals Didier Castella (FDP/bisher) gefolgt von Valérie Piller Carrard. Die 43-jährige SP-Nationalrätin verpasst damit am Sonntag die Wahl in die Freiburger Kantonsregierung.

Der beste Kandidat der Partei Die Mitte, Olivier Curty, schaffte es im ersten Wahlgang auf den fünften Platz. Luana Menoud-Baldi, die den dritten Mitte-Sitz halten sollte, lag jedoch mit deutlichem Abstand auf dem 10. Platz. Die «Mitte» hat denn auch zu Gunsten der bürgerlichen Allianz im zweiten Wahlgang eine Kandidatur zurückgezogen. Die Partei wird damit in der neuen Legislatur über so wenige Sitze in der Freiburger Regierung verfügen wie noch nie in der Geschichte des Kantons. Die SVP dagegen schafft nach 25 Jahren wieder den Einzug in die Freiburger Regierung.

Grüner Wahlsieg im Parlament

Die Ausgangslage der diesjährigen kantonalen Wahlen in Freiburg war äusserst spannend: Nach den letzten Wahlen stellte Die Mitte insgesamt drei Staatsräte, die FDP und die SP je zwei. Allerdings traten mit Anne-Claude Demierre (SP), Georges Godel (Mitte) und Maurice Ropraz (FDP) drei der sieben bisherigen Staatsrätinnen und Staatsräte nicht wieder an. Damit wird praktisch die halbe Regierung ausgewechselt.

Bei den Wahlen ins Freiburger Kantonsparlament haben die Grünen vor drei Wochen sieben Sitze dazugewonnen und kommen neu auf deren 13. Der grüne Wahlsieg ging auf Kosten der SP, die nun noch 21 Grossrätinnen und Grossräte stellt. Sie hat dabei auch den Titel grösste Grossratsfraktion verloren. Trotz einem Verlust wird Die Mitte in der neuen Legislatur mit 26 Vertretern die grösste Fraktion stellen. Auf der rechten Seite hat die FDP vor zwei Wochen zwei Sitze dazugewonnen (neu 23). (abi/mg/sat)

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