Schweiz - EU
Wirtschaftskapitän Kielholz: Beim Rahmenabkommen dominieren «Wahnvorstellungen»

Swiss-Re-Präsident Walter Kielholz schaltet sich nur selten in politische Debatten ein – doch wenn er es tut, dann pointiert. Nun macht er sich für das Rahmenabkommen stark. Derzeit würden jedoch Wahnvorstellungen vorherrschen, kritisiert er.

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Walter Kielholz hat die Schweizer Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten stark geprägt, etwa bei der Swiss Re oder der Credit Suisse. (Archvibild)

Walter Kielholz hat die Schweizer Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten stark geprägt, etwa bei der Swiss Re oder der Credit Suisse. (Archvibild)

Keystone

(rwa) Während die Kritik am Rahmenabkommen auch aus der Wirtschaft zugenommen hat, verteidigt der abtretende Verwaltungsratspräsident von Swiss Re den Bundesrat. «Das Abkommen wurde absolut gut verhandelt», sagte Walter Kielholz in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Für ihn ist klar: Die Schweiz müsse sich mit Europa eng verbünden. Wenig Sinn ergebe es, einen Konflikt aus innenpolitischen Gründen zu entfachen.

Für Kielholz hat die Debatte über das Rahmenabkommen längst die sachliche Ebene verlassen. Alles sei emotional und moralisierend, konstatiert er. Nach zwölf Jahren Inkubationszeit sei ein Rahmenabkommenfieber ausgebrochen. «Man leidet an Wahnvorstellungen.» Kielholz plädiert deshalb für eine Auszeit, damit sich wieder sachlich diskutieren lasse.

Der Wirtschaftsdoyen vermutet Absicht in der derzeitigen scharfen Auseinandersetzung. Er sei sich nicht sicher, wie viel Opportunismus im Widerstand stecke. Nun müsse man zurück zu den fundamentalen Interessen, welche die Schweiz habe. Das sei einfacher als gesagt, denn das Land habe sich in der Aussenpolitik immer schwer getan.

Und wenn die befürchteten Folgen des Rahmenabkommens eintreten? Für Kielholz ist es durchaus sinnvoll, nach ein paar Jahren eine Bilanz zu ziehen. Wenn es eine Katastrophe sei, liesse sich der Vertrag dann immer noch künden, betont er und verweist dabei auch auf den Ausstieg Grossbritanniens aus der Europäischen Union.

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