Semesterbeginn
Unis wollen die Studierenden wieder in die Hörsäle holen, vorerst müssen sie aber auf den Bundesrat warten

Im September startet das Herbstsemester. Doch wird der Präsenzunterricht überhaupt möglich sein. Die Frage wird demnächst beantwortet. Klar ist bereits, ob das Zertifikat zur Anwendung kommen soll.

Lucien Fluri
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Ein Bild aus anderen Zeiten: St. Galler Hörsaal in Vor-Corona-Zeiten.

Ein Bild aus anderen Zeiten: St. Galler Hörsaal in Vor-Corona-Zeiten.

Gaetan Bally/Keystone

Von Studentenleben kaum eine Spur: Seit Beginn der Coronapandemie hörten die meisten Studierenden die Vorlesungen allein zuhause vor dem Bildschirm. Davon nun hat man auch an den Unis genug. «Nach drei Semestern Online-Unterricht setzen wir alles daran, das Herbstsemester grundsätzlich in Präsenz durchführen zu können», heisst es bei der ETH Zürich. Und auch die Uni Luzern möchte das Herbstsemester «so weit als möglich im Präsenzunterricht durchführen».

Ob dies allerdings möglich ist, hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab – und vom Bundesrat. Kommenden Mittwoch tagt dieser erstmals nach den Sommerferien wieder. Und bevor die Universitäten ihre Pläne definitiv festlegen, wollen sie abwarten, ob die Landesregierung Änderungen für sie beschliesst. Bis zum Semesterstart am 20. September müssen die Unis dann recht kurzfristig reagieren, was die Planung nicht einfach macht. Die Uni Zürich will zwar «wieder weitgehend regulär stattfindenden» Unterricht. Sie mahnt aber: «Voraussetzung dafür ist, dass es eine eindeutige und klare Aufhebung der aktuellen Abstandsvorgaben in Lehrveranstaltungen an Hochschulen gibt.» Das muss der Bund entscheiden.

In geraden Wochen dürfen nur Studis mit geraden Matrikelnummern rein

An der ETH Zürich hat man zwei Szenarien in petto: Ein Szenario «normal», bei dem unter Schutzmassnahmen wieder Präsenzunterricht stattfindet. Szenario 2 sieht eine 50-prozentige Belegung vor, «wenn im Herbst – trotz der bisherigen Ankündigungen – die Massnahmen bezüglich Abstandsregeln und Kapazitätsgrenzen im Hochschulumfeld nicht aufgehoben sind.» Nur wer eine gerade Endziffer in der Legi-Nummer hat, darf dann in geraden Wochen auf den Campus kommen.

In St. Gallen dagegen richtet sich die Uni tendenziell darauf aus, «in vollem Umfang Präsenzunterricht abhalten zu können». In Basel rechnet man mit einer «Mischung zwischen Online- und Präsenzunterricht». Auch die Fachhochschule Nordwestschweiz wird wegen Platzproblemen aufgrund von Abstandsregeln einen Teil der Veranstaltungen online anbieten.

Zertifikat ist höchstens in der Medizin vorgesehen

Der Einsatz des Impfzertifikats plant keine Uni, wie diese auf Anfrage mitteilen. «Das Angebot muss für alle zugänglich sein», sagt Matthias Geering, Mediensprecher der Uni Basel. «Als öffentlich-rechtliche Institution können wir kein Zertifikat verlangen.»

Etwas anders könnte es für Medizinstudenten sein. Die Universität Bern bestätigt einen Bericht der Zeitung «Bund», wonach man sich überlegt, allenfalls nur Geimpfte und Genesene in die Hörsäle zu lassen. «Die Studierenden haben von Anfang an Kontakt mit Patienten und sind in Hausarztpraxen tätig», begründet Sprecherin Nathalie Matter die Massnahme – und betont: Aussergewöhnlich wäre dies in der Medizin nicht. So habe wegen der gegenseitigen Blutentnahme bisher bereits eine Impfpflicht etwa bezüglich Hepatitis gegolten.

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