Standortsuche
Atommüll-Tiefenlager: Mögliche vierte Bohrung am Standort Lägern

Die Nagra hat die Bohrungen am Standort Lägern vorerst abgeschlossen. Die Erkenntnisse sind bisher vielversprechend, dennoch braucht es womöglich eine weitere Bohrung.

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Die Nagra hat die Bohrungen im Gebiet Lägern Ost vorerst beendet. Alle drei möglichen Standorte wären für ein Tiefenlager geeignet.

Die Nagra hat die Bohrungen im Gebiet Lägern Ost vorerst beendet. Alle drei möglichen Standorte wären für ein Tiefenlager geeignet.

Nagra

In der Zürcher Gemeinde Stadel hat die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) kürzlich zwei weitere Tiefenbohrungen abgeschlossen. «Wir befinden uns im Endspurt der Standortsuche», sagte Kommunikationschef Patrick Studer an einer Medienkonferenz vom Dienstag. Die Bohrungen in Stadel hätten gezeigt, dass sich der Untergrund für ein Tiefenlager eignen würde.

Die Opalinuston-Schicht, in der das Lager gebaut werden soll, sei dick genug, wasserdicht und gut zusammengesetzt, sagte Tim Vietor, Bereichsleiter Sicherheit, Geologie & Radioaktive Materialien. Die Gesteinsproben hätten einheitliche, langweilig aussehende Schichten hervorgebracht. «Das ist gut für die Sicherheit», so Vietor.

Standortvorschlag wie geplant im nächsten Jahr

Es ist jedoch möglich, dass je nach Ergebnis der letzten Bohrungen eine weitere ansteht. Damit falls nötig so rasch wie möglich gestartet werden kann, ist eine Bohrstation in der Gemeinde Bachs bereits im Bau. Grund ist ein Riff im Gestein, das sich im Gebiet Lägern Nord rund 30 bis 50 Meter über der Opalinuston-Schicht befindet. Die Ostseite des Riffs wurde mit zwei Bohrungen bereits untersucht, wie Vietor ausführte. Auf der Westseite fand die Bohrung Stadel 2 statt. Je nach Ergebnis brauche es auf dieser Seite noch eine zweite Bohrung. Die Entscheidung soll bereits in wenigen Tagen fallen.

Neben Lägern Ost kommen für ein Tiefenlager noch zwei weitere Gebiete in Frage: Jura Ost und Zürich Nordost. Nun ist bekannt, dass sich alle drei Standorte eignen. «Was wir noch nicht wissen ist, welche Region sich am besten eignet», so Patrick Studer. Die Nagra sei jedoch zuversichtlich, dass sie wie geplant im kommenden Jahr einen Standortvorschlag machen kann. (agl)

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