Studie
Die Coronakrise traf Geringverdiener viel härter als die Mittelschicht

Die Auswirkungen der Coronamassnahmen betrafen vor allem ärmere Haushalte. Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung hat heute weniger Geld als vor der Krise. Gutverdiener waren dagegen kaum betroffen.

Drucken
Teilen
Folgen des Lockdowns 2020: Nahrungsmittelausgabe an Bedürftige in Genf. (Archivbild)

Folgen des Lockdowns 2020: Nahrungsmittelausgabe an Bedürftige in Genf. (Archivbild)

Keystone

Wer über 500'000 Franken Vermögen hat, kam gut durch die Krise. Nur 16 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe gaben in einer repräsentativen Studie des Online-Vergleichsdienstes Moneyland.ch an, ihre finanzielle Situation habe sich verschlechtert. Ganz anders sieht es bei Personen aus, die weniger als 20'000 Franken besitzen: Hier berichteten 35 Prozent von einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation, 29 Prozent gaben an, in finanzielle Bedrängnis geraten zu sein. «Die Krise traf vor allem ärmere Haushalte. Sie gefährdete Jobs mit niedrigen Löhnen», bilanziert Moneyland.ch-Analyst Raphael Knecht in einer Mitteilung vom Dienstag.

Insgesamt verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage gemäss den Zahlen der Umfrage für 27 Prozent der Bevölkerung. 20 Prozent gerieten in finanzielle Bedrängnis. Eine Folge davon: 25 Prozent arbeiten seit der Krise mehr. Viele Befragte hätten ausserdem angegeben, mehr zu unüblichen Zeiten zu arbeiten.

Mehr Sport und bewusster leben

Für Anleger, die kurz nach dem ersten Schock kräftig zugekauft hatten, habe es hingegen «saftige Renditen» gegeben, so Knecht. Auch wer sein Vermögen in Wertpapieren halte, habe schon Ende 2020 von der Erholung profitiert.

Weniger Sorgen bereitete den Schweizern in der Krise die Gesundheit: 20 Prozent berichteten von einer Verschlechterung, ebensoviele von einer Verbesserung ihrer gesundheitlichen Lage. 27 Prozent gaben ausserdem an, zufriedener zu sein als vor der Krise. Weniger zufrieden sind nur 24 Prozent. Ein Drittel treibt mehr Sport, und mehr als die Hälfte gab an, bewusster zu leben. (wap)

Aktuelle Nachrichten