Studie
Gäbe es mehr Lohn, blieben Pflegefachleute länger im Beruf

Der Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal beschäftigt die Politik. Eine Befragung von über 600 Pflegefachleuten zeigt, was es bräuchte, um sie länger im Beruf zu halten: Mehr Lohn und mehr Zeit.

Peter Walthard
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Der Mangel an Pflegepersonal ist politisch ein heisses Eisen: Demonstration am «Tag der Pflege» 2021. (Archivbild)

Der Mangel an Pflegepersonal ist politisch ein heisses Eisen: Demonstration am «Tag der Pflege» 2021. (Archivbild)

Keystone

Bessere Arbeitsbedingungen halten Pflegende im Beruf. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Derzeit steigen in der Schweiz viele Pflegende vorzeitig aus dem Beruf aus: Bei den unter 35-Jährigen wirft laut ZHAW rund ein Drittel das Handtuch. Dabei könnten sich neun von zehn Pflegende vorstellen, länger zu bleiben, schreibt die ZHAW am Mittwoch in einer Mitteilung zur Studie. Voraussetzung dafür wären aber bessere Arbeitsbedingungen.

Befragt wurden rund 600 Pflegefachpersonen des Diplomjahrgangs 2011/12, dies noch vor Ausbruch der Pandemie. Eine Mehrheit gab an, sich weitere zehn Jahre im Beruf nur unter verbesserten Arbeitsbedingungen vorstellen zu können. Dabei geht es zunächst um das Geld: Fast 90 Prozent nannten laut Studie einen besseren Lohn als Bedingung für den längerfristigen Verbleib im Beruf. Dann wünschen sich die Pflegenden mehr Zeit – sowohl für sich und ihre Familien als auch für die Aufgaben im Job. Bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und weniger Zeitdruck bei der Arbeit liegen auf Rang zwei und drei der Liste der Bedingungen fürs Weitermachen. 57 Prozent erwarten ausserdem mehr Unterstützung durch das Management.

Schon vor der Pandemie klagte das Personal über Nachteile für das eigene Wohlbefinden. 55 Prozent gaben an, sich wegen der Belastung im Job oft müde und angespannt zu fühlen, 54 Prozent fühlten sich im Privatleben stark eingeschränkt. Die Studienautoren empfehlen, die Wünsche der Pflegenden bei den Dienstplänen stärker zu berücksichtigen und mehr Teilzeitarbeitsmodelle anzubieten.

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