SUST
Untersuchungsstelle verpasst wegen Ju-Air-Absturz Leistungsziel

Die Untersuchung des Ju-Absturzes von 2018 band letztes Jahr derart viele Ressourcen, dass die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes nur etwas mehr als die Hälfte der Flugunfälle untersuchen konnte.

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Die Untersuchung des Ju-Air-Absturzes verschlang 2020 einen Fünftel des Jahresbudgets der Sust. (Archivbild)

Die Untersuchung des Ju-Air-Absturzes verschlang 2020 einen Fünftel des Jahresbudgets der Sust. (Archivbild)

Keystone

Das Leistungsziel der Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) des Bundes gibt vor, dass mindestens 60 Prozent der Untersuchungen von schweren Vorfällen und Unfällen im Luftverkehr fristgerecht abgeschlossen werden müssen. Dieses Ziel sei 2020 nicht erreicht worden, hält der am Freitag veröffentlichte Jahresbericht der SUST fest.

Auch ein Projekt zur Revision der Verordnung über die Sicherheitsuntersuchung von Zwischenfällen im Verkehrswesen konnte laut dem Bericht wegen der aufwendigen Ju-Air-Untersuchung nicht plangemäss vorangetrieben werden. Zudem verursachte sie hohe Kosten: Mit 1,5 Millionen Franken verschlang der Fall der Ju-Air 20 Prozent des Jahresbudgets. Insgesamt beziffert die Sust die Kosten der 2018 eingeleiteten Untersuchung auf 3,8 Millionen. Der Untersuchungsbericht zum Absturz einer Junkers Ju 52 der Ju-Air am Segnespass wurde im Januar dieses Jahres veröffentlicht.

Laut dem Jahresbericht wurden im Bereich Luftverkehr 2020 neun ausführliche Untersuchungen durchgeführt und 59 Untersuchungen eröffnet. Gesamthaft wurden der Sust 1215 Meldungen zu Zwischenfällen gemacht, deutlich weniger als in den Jahren zuvor, heisst es im Jahresbericht. Grund für die Abnahme sei ein drastischer Rückgang von Meldungen im Bereich Zivilluftfahrt ab April 2020. Dieser widerspiegelt laut Bericht den Einbruch der kommerziellen Luftfahrt wegen der Coronakrise. (wap)

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