Überschwemmungen
Unwetter-Bilanz des Bundes: Dank Schutzmassnahmen konnte Schlimmeres verhindert werden

Das Bundesamt für Umwelt zieht nach den starken Unwettern vom Juli Bilanz. Obwohl viele Gewässer Hochwasser führten und teils Rekord-Werte erreichten, hätten sich die Schutzmassnahmen bewährt.

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Die Autobahn A2 musste wegen Erdrutschen zeitweise gesperrt werden.

Die Autobahn A2 musste wegen Erdrutschen zeitweise gesperrt werden.

Keystone

Der Juli zählte laut Messdaten von Meteoschweiz zu den niederschlagsreichsten seit Messbeginn. Wiederholte starke Regenfälle liessen die Pegel von Seen und Flüssen rasch anschwellen, für den Neuenburger- und Bielersee wurden neue Rekordwerte gemessen. Hochwasser führten an verschiedenen Orten zu Überschwemmungen, es kam zudem zu verschiedenen Murgängen und Erdrutschen. Verschiedene Strassen, darunter die Autobahn A2, mussten zeitweise gesperrt werden.

Wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) nun in einer ersten Bilanz vom Freitag schreibt, konnten grössere Überschwemmungen jedoch verhindert werden. «Die von Bund, Kantonen und Gemeinden ergriffenen Massnahmen zum Hochwasserschutz haben sich bewährt», schreibt das Bafu dazu. Trotz der lokalen Überschwemmungen hielten sich die Hochwasserschäden gemäss ersten Schätzungen «in Grenzen».

Vergleichbare Regenmengen wie im August 2005

Die Einsatzkräfte hätten sich frühzeitig vorbereitet und die Bevölkerung laufend informiert. Neben lokalen Massnahmen wie Schutzbarrieren trafen die lokalen Behörden auch verschiedene Massnahmen, um Pegel zu senken. So wurden die Entlastungsstollen in Thun und Lyss im Kanton Bern aktiviert, im Kanton Schwyz wurde der Sihlsee vorsorglich abgesenkt, um einen zu starken Anstieg der Limmat zu verhindern. Um Bieler- und Neuenburgersee möglichst rasch absenken zu können, beschlossen das Bafu und die betroffenen Kantone, den Abfluss der Aare aus dem Bielersee temporär zu erhöhen.

Im Juli fielen laut dem Bafu insgesamt vergleichbare Regenmengen wie beim Jahrhundert-Hochwasser 2005. Dennoch kam es zu weniger Überschwemmungen und Schäden, weil der Regen im Juli über einen längeren Zeitraum verteilt fiel. So kam es zwar insgesamt zu einem höheren Abflussvolumen, jedoch zu tieferen Maximalpegeln in den einzelnen Flüssen, wie das Bundesamt schreibt. Nur an wenigen Messstationen seien die Höchstwerte von 2005 übertroffen worden, wie an der Reuss in Luzern. (agl)

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