Umwelt
Für Biodiversität: Nationalrat weicht Gewässerschutz nicht auf

Der Nationalrat lockert den Schutz von Gewässerräumen nicht. Er folgte dem Wunsch der Kantone und lehnte eine entsprechende Motion ab. Der Ständerat hatte dieser noch zugestimmt.

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Durch Gewässerräume sollen Bäche, Flüsse und See unter anderem vor Dünger und Pestiziden geschützt werden. (Symbolbild)

Durch Gewässerräume sollen Bäche, Flüsse und See unter anderem vor Dünger und Pestiziden geschützt werden. (Symbolbild)

Keystone

Der Schutz der Gewässerräume soll nicht gelockert werden. Am Donnerstag hat der Nationalrat eine Motion von Ständerat Jakob Stark (SVP/TG) abgelehnt. Diese verlangt, dass Gewässerräume verkleinert werden dürfen, wenn landwirtschaftliche Betriebe einen übermässig grossen Anteil ihrer ertragreichen Futterfläche verlieren würden. Der Ständerat stimmte dieser noch zu. Mit dem nationalrätlichen Nein ist die Motion vom Tisch.

Gewässerräume beschreiben Zonen, in denen Bauern ihr Land nicht mit Dünger und Pestiziden bewirtschaften dürfen. Das dient zum Schutz der nahe gelegenen Gewässer. Die Mehrheit befürchtete denn auch, dass dieser Schutz aufgeweicht würde. «Diese Zonen haben entscheidende Funktionen bezüglich Biodiversität und Gewässerschutz», sagte Martina Munz (SP/SH). Der Minderheit hingegen waren diese Zonen zu gross. Gerade in engen Tälern würden die landwirtschaftlichen Flächen durch diese Gewässerräume übermässig beschnitten.

Auch der Bundesrat wollte die Motion nicht überwiesen haben. Es gehe um Wasserqualität, Biodiversität und Hochwasserschutz, so Umweltministerin Simonetta Sommaruga. Auch die Kantone lehnten die Motion ab: Im Vorfeld zur Debatte im Ständerat hatten sie sich mit einem Brief an die Kommission gewandt. Sie seien derzeit mitten im Prozess zur Ausscheidung der Gewässerräume und da sollten nicht währenddessen die Spielregeln geändert werden. (mg/abi)

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