Unterwegs nach Togo
«San Padre Pio»: In Nigeria festgehaltenes Schweizer Schiff ist wieder unterwegs

Ein jahrelang vor Nigeria beschlagnahmtes Schweizer Schiff ist wieder auf dem offenen Meer unterwegs. Wie das Aussendepartement in Bern am Samstag mitteilte, fährt der Tanker nun ins westafrikanische Togo.

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Wurde fast vier Jahre vor der nigerianischen Küste festgehalten: Der Westschweizer Hochseetanker «San Padre Pio». (Archivbild)

Wurde fast vier Jahre vor der nigerianischen Küste festgehalten: Der Westschweizer Hochseetanker «San Padre Pio». (Archivbild)

HO

Die Ausfahrt des Tankers «San Padre Pio» aus nigerianischen Gewässern war bereits im Mai in einer von der Schweiz und Nigeria unterzeichneten Vereinbarung vorgesehen gewesen. Laut dem Aussendepartement (EDA) konnte das Schiff allerdings erst am Mittwoch nach Togo aufbrechen. Damit könne wie vorgesehen nun auch das beim Internationalen Seegerichtshof in Hamburg hängige Rechtsverfahren beendet werden.

Die Schweiz forderte in dem Verfahren die sofortige Aufhebung der Schiffsblockade, Schadenersatz und eine klare Verurteilung des Rechtsbruchs durch den Seegerichtshof. Dies war das letzte Druckmittel der Schweiz in dem seit dem 23. Januar 2018 andauernden Zwist um «San Padre Pio». Damals war das Schiff mitsamt Ladung und Besatzung festgesetzt worden. Es gehört der Westschweizer Reederei ABC Maritime. Nigeria warf den Betreibern und der Belegschaft des Tankers unter anderem illegalen Erdölhandel und Fälschung von Papieren vor.

Das EDA beurteilt die nun erfolgte Ausfahrt des Hochseetankers aus nigerianischen Gewässern als «Erfolg für die Schweizer Diplomatie». Habe sich das Aussendepartement doch «stark eingebracht» um eine Freilassung zu erwirken und die Differenzen mit dem afrikanischen Land beizulegen. Ebenfalls in die Verhandlungen mit Nigeria involviert waren laut EDA das Wirtschafts- und das Finanzdepartement. (sat)

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