Wegen des vielen Regens hat sich die Hochwassergefahr schweizweit erhöht. Im Kanton Thurgau steht der Flugplatz Lommis unter Wasser.

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Juli-Norm überschritten
Unwetter in der Schweiz bringt Regen, Schnee und Steinschlag – es besteht Hochwassergefahr

Der starke Regen seit Mittwoch brachte in der Schweiz nicht nur viel Wasser. Er führte auch zu mehreren Verkehrsbehinderungen. Am Freitag beruhigt sich das Wetter wieder.

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In Faido (TI) sind laut einer Meldung von MeteoNews auf Twitter in den vergangenen 48 Stunden 155 mm Regen gefallen. Wie SRF Meteo ebenfalls auf Twitter mitteilt, waren es in den vergangenen 72 Stunden sogar fast 180 mm. Die Juli-Norm von 135,7 mm wurde damit deutlich überstiegen.

Das Unwetter führte teilweise zu lokalen Überschwemmungen oder Schlammlawinen – etwa im Tessin oder im Wallis. Gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) besteht in einigen Teilen der Schweiz erhebliche Hochwassergefahr – das gilt beispielsweise für den Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee oder für den Rhein. Auch die Limmatschifffahrt in der Stadt Zürich musste wegen der starken Strömung teilweise eingestellt werden. Die Schiffe verkehrten nur noch auf dem Zürichsee.

Zudem teilt die Stadtpolizei Zürich mit, dass bis und mit Sonntag das «Böötlen» auf der Limmat verboten ist. Die grosse Wassermenge könne lebensgefährlich sein. Mit Ausnahme einiger Flussbäder gilt das Verbot auch für das Baden und Schwimmen.

Betroffen ist auch die Ostschweiz. Die Thur und die Sitter führen Hochwasser und gemäss Alertswiss muss mit Überschwemmungen gerechnet werden. Wegen des Dauerregens gingen bei der Kantonalen Notrufzentrale der Kantonspolizei Thurgau von 18.15 Uhr bis am Freitagmorgen rund 140 Schadensmeldungen ein. Der Flugplatz Lommis stand unter Wasser. Die Flugwiese gleicht einem See und die Hangargebäude wurden ebenfalls überschwemmt. Feuerwehrleute pumpten die Wassermassen aus den Hallen.

Feuerwehrleute sind beim Flughafen Lommis TG im Einsatz und pumpen das Wasser ab.

Feuerwehrleute sind beim Flughafen Lommis TG im Einsatz und pumpen das Wasser ab.

BRK News

In der Innerschweiz musste die Axenstrasse nach einem Steinschlag vorübergehend gesperrt werden. Wie die Urner Kantonspolizei mitteilte, gab es am Donnerstagabend Geländebewegungen im Bereich «Gumpisch». Aufgrund der Wetterlage konnten weitere Steinschläge oder Murgänge nicht ausgeschlossen werden.

Nach einem Murgang am Thunersee musste die Kantonsstrasse zwischen Gunten und Interlaken gesperrt werden. Die Räumungsarbeiten sind im Gange und dürften den ganzen Tag andauern. Laut Angaben der Berner Behörden soll die Kantonsstrasse voraussichtlich am Abend wieder befahrbar sein.

Einschränkungen im Bahnverkehr

Ebenfalls wegen Unwetterschäden gesperrt war zwischenzeitlich die Strecke zwischen Oberwald und Ulrichen sowie St. Niklaus und Täsch der Matterhorn Gotthard Bahn, wie diese mitteilte. Auch die SBB meldet zwischen Brienz und Meiringen im Berner Oberland Einschränkungen. Es sei mit Verspätungen und Zugsausfällen zu rechnen.

Bereits am Donnerstag musste die Autobahn A2 zwischen Faido und Biasca in Richtung Süden für rund vier Stunden gesperrt werden.

Schnee bis auf 2000 Meter

Wie MeteoNews weiter twittert, gab es seit Donnerstagabend aber nicht nur Regen, sondern vereinzelt auch Schnee bis auf 2000 Meter. So wurde beispielsweise die SAC Albert-Heim-Hütte in den südlichen Urner Alpen weiss.

Gemäss SRF Meteo ist zumindest vom Wetter her das Schlimmste überstanden. Lediglich in der Deutschschweiz falle noch wenig Regen. Im Süden sei es ganztags sonnig bei 28 Grad. (abi/stm)

Das Tessin wird seit Mittwochabend von heftigen Gewittern mit Starkregen heimgesucht.

Keystone-sda

+++ Update folgt +++

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