Vogelschutz
Stand-up-Paddler sollen sich hinsetzen: Im Kanton Solothurn treibt der Vogelschutz seltsame Blüten

Der Kanton Solothurn erlaubt Stand-up-Paddles (SUP) neu teilweise auch in den Naturschutzgebieten der Aare. Damit die Zug- und Wasservögel jedoch möglichst wenig gestört werden, müssen sie sich die Paddler hinsetzen.

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Sitzend ist die Lage weniger bedrohlich für die Vögel.

Sitzend ist die Lage weniger bedrohlich für die Vögel.

Sandra Ardizzone

(chm) Zwei Abschnitte der Aare zwischen Lüsslingen und Flumenthal stehen als Wasser- und Zugvogelreservat unter Naturschutz, SUP sind dort gemäss Vorgaben des Bundes verboten. Bootsfahrten mit Gummi- und Ruder- sowie teilweise auch Motorbooten sind jedoch erlaubt. Gleichzeitig ist genau dieser Abschnitt der Aare als Freizeit- und Naherholungsgebiet äusserst beliebt und im Zuge der Pandemie hat der Nutzungsdruck – insbesondere durch SUP – letztes Jahr spürbar zugenommen. Der Konflikt zwischen Vogelschutz und Freizeitnutzung spitzte sich zu und sorgte im letzten Sommer für einige Diskussionen. Stand-up-Paddler wehrten sich.

Per 1. Mai 2021 tritt im Kanton Solothurn nun eine neue Regelung im Sinne aller Betroffenen in Kraft: Auf der Aare zwischen Lüsslingen und Flumenthal darf man künftig auch in den Schutzgebieten mit dem SUP unterwegs sein – allerdings ausschliesslich im Sitzen und möglichst in der Mitte des Flusses. Dieses Konzept stellte der Kanton am Donnerstag den Medien vor.

«Für die Wasservögel soll die Situation dank sitzenden Stand-up-Paddlern entschärft werden. Man geht davon aus, dass diese analog zu den Booten weniger bedrohlich wirken», heisst es. Aufrechtstehende Menschen auf dem SUP würden als Bedrohung wahrgenommen werden, die Vögel würden flüchten. «Das kostet Energie, belastet die Wildtiere und kann ihr Überleben und ihre Fortpflanzung beeinträchtigen», schreibt der Kanton weiter. Diese wissenschaftlich erwiesene Störung stehe im Widerspruch zum Vogelschutz. Der Kanton die Auswirkungen des «Sit-down-Paddelns» auf Wasservögel beobachten und auswerten.