VOX-Analyse
Mobilisierung gegen die Agrar-Initiativen brachte das CO2-Gesetz zu Fall

Weil die Gegner der beiden Agrar-Initiativen im rechten Spektrum und auf dem Land stark mobilisiert hatten, konnten sich die Befürworter des CO2-Gesetzes nicht durchsetzen. Das zeigt die Nachwahlbefragung.

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Die Agrar-Initiativen konnten so stark mobilisieren, dass auch das CO2-Gesetz abgelehnt wurde.

Die Agrar-Initiativen konnten so stark mobilisieren, dass auch das CO2-Gesetz abgelehnt wurde.

Keystone

Das revidierte CO2-Gesetz wurde am 13. Juni an der Urne mit 51,6 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Daten der Nachwahlbefragung im Rahmen der VOX-Analysen zeigen nun, wie es dazu kam. Wie das Forschungsinstitut Gfs Bern in einer Mitteilung vom Freitag schreibt, mobilisierten die beiden Agrar-Initiativen vermehrt Personen, die sich auf einer Links-Rechts-Skala «rechts» respektive «rechtsaussen» verorten. Diese Stimmbürgerinnen vertrauten zudem tendenziell dem Bundesrat weniger stark und Preiserwägungen spielen für sie eine zentrale Rolle.

Weil die Kosten bei der Meinungsbildung zum CO2-Gesetz eine wichtige Rolle gespielt haben, sorgte die starke Mobilisierung der Agrar-Initiativen-Gegner auch für mehr Personen, die Nein zum CO2-Gesetz stimmten. Das Alter habe dabei in unterschiedlichen Modellen eine untergeordnete Rolle gespielt, wie Gfs Bern weiter schreibt. Dennoch zeigt sich in der Analyse, dass 62 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Ja zum CO2-Gesetz gesagt haben. Auch die 30- bis 39-Jährigen stimmten mit 58 Prozent Ja, während die Mehrheit der über 40-Jährigen Nein stimmte. Weil weniger junge als ältere Personen zur Abstimmung gingen, konnten sich die jungen Generationen nicht durchsetzen.

Ablehnung bei junger Landbevölkerung gross

Während sich die Jungen durchschnittlich für die zusätzlichen Klimamassnahmen ausgesprochen haben, gab es aber laut Gfs Bern auch in dieser Gruppe eine grosse Ausnahme: So stimmte die junge Bevölkerung vom Land mehrheitlich gegen das CO2-Gesetz. Die Ablehnung war mit 60 Prozent Nein-Stimmen bei den 20- bis 29-Jährigen fast gleich gross wie bei den 60- bis 69-Jährigen mit 60 Prozent. Das Forschungsinstitut geht davon aus, dass viele Junge vom Land erstmals überhaupt aufgrund der Agrar-Initiativen an Abstimmungen teilgenommen haben.

Für die VOX-Analyse der Abstimmungen vom 13. Juni wurden rund 3'000 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger befragt. Sie widerspricht einer Nachwahlbefragung der Tamedia-Zeitungen und des Onlineportals «20 Minuten» vom Abstimmungswochenende. Diese besagte, dass 18- bis 35-Jährige das CO2-Gesetz überdurchschnittlich häufig abgelehnt hätten und einzig die Altersgruppe über 65 zugestimmt hätte. (agl)

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