Welt-Alzheimer-Tag
Demenz-Organisationen fordern bezahlte Beratung für Betroffene und Angehörige

Vertreter von Demenzkranken fordern eine bezahlte Begleitung für Erkrankte und Angehörige. So könnten Betroffene ihr Leben möglichst lange selbstbestimmt gestalten – und Gesundheitskosten senken.

Drucken
Teilen
Die Zahl der Demenzkranken in der Schweiz nimmt zu. Sie sollen daher eine bezahlte Begleitung erhalten. (Symbolbild)

Die Zahl der Demenzkranken in der Schweiz nimmt zu. Sie sollen daher eine bezahlte Begleitung erhalten. (Symbolbild)

Chris Iseli

Jährlich erkranken in der Schweiz über 31'000 Personen an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Aktuell leben hierzulande über 146'000 Frauen und Männer mit dieser Erkrankung. Das schreiben verschiedene Organisationen, die sich in der Schweiz für Demenzkranken engagieren, am Dienstag anlässlich des Welt-Alzheimer-Tags. Zudem gehen sie davon aus, dass hierzulande bis im Jahr 2050 über 315'000 Menschen von Demenz betroffen sein werden. Das grösste Risiko, an Demenz zu erkranken, stelle nach wie vor das Alter dar. Aufgrund der höheren Lebenserwartung seien Frauen davon stärker betroffen.

Für den gemeinnützigen Verein Alzheimer Schweiz ist darum klar: «Damit Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen einen guten Umgang mit der Erkrankung finden und ihren Alltag möglichst lange selbstbestimmt gestalten können, benötigen sie eine fachliche und krankheitsspezifische Begleitung.» Denn oft seien die Betroffenen nach der Diagnose auf sich allein gestellt, was den Krankheitsverlauf nur weiter verschlechtere. Auch die zwei weiteren nationalen Demenzorganisationen Swiss Memory Clinics sowie die Stiftung Synapsis fordern «dringliche Massnahmen».

Konkret fordern die Organisationen «eine bezahlte krankheitsspezifische Begleitung für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen ab Diagnosestellung während des gesamten Krankheitsverlaufs». Diese fördere eine hohe Lebensqualität und trage wesentlich zur Entlastung der Gesundheitskosten und des Fachkräftemangels bei – auch weil die Erkrankten länger zuhause wohnen können. Zudem sollen vermehrt Mittel langjährig in die Demenzforschung investiert werden. (abi/sat)

Aktuelle Nachrichten