Wohneigentum
Traum vom Eigenheim geplatzt: Käufer sollen zweite Säule nicht ganz leeren

Der Ständerat möchte die Regeln für den Erwerb eines Eigenheims nicht lockern. Anders als der Nationalrat lehnt er es ab, dass potenzielle Käufer ihre Pensionskasse ganz leeren.

Drucken
Lockerungen beim Immobilienkauf? Für den Ständerat überwiegen die Risiken. (Symbolbild)

Lockerungen beim Immobilienkauf? Für den Ständerat überwiegen die Risiken. (Symbolbild)

Keystone

Wohneigentum ist ein begehrtes Gut. Allerdings ist die Finanzierung nicht einfach – vor allem auch wegen der noch immer steigenden Immobilienpreise. Trotzdem hält der Ständerat nichts davon, den Erwerb von Wohneigentum mit Hilfe der zweiten Säule zu erleichtern. Er hat am Montag eine Motion aus dem Nationalrat stillschweigend abgelehnt.

Zwar begrüsst die Mehrheit die Stossrichtung des Vorstosses. Allerdings berge die angepeilte Änderung erhebliche Risiken, betonte Brigitte Häberli-Koller (Mitte/TG). Dadurch könnten sich die Preise auf dem Immobilienmarkt angesichts der steigenden Nachfrage weiter verschärfen und Wohneigentum weniger erschwinglich werden.

Mehr Risiken als Gewinn

Konkret schlägt die Motion vor, dass Guthaben der beruflichen Vorsorge wieder vollständig für den Kauf von Wohneigentum genutzt werden können. Seit 2013 gilt die Regel, dass die Hälfte der Eigenmittel selbst eingebracht werden muss. Für die andere Hälfte kann die zweiten Säule angezapft werden.

Dadurch sei der Kauf von Wohneigentum erschwert worden, war sich die zuständige Kommission des Nationalrates einig und reichte die Motion ein. Sie verlangt, dass der geforderte Mindestbetrag an Eigenmitteln wieder vollumfänglich mit Geldern der zweiten Säule gedeckt werden kann. In der grossen Kammer hatte das Anliegen noch eine Mehrheit gefunden. Heute könne nur Wohneigentum kaufen, wer wohlhabend sei, geerbt habe oder von den Eltern unterstützt werde, lautete der Tenor.

Mit dem Nein des Ständesrates ist das Anliegen vom Tisch. Auch der Bundesrat gewichtet die Risiken höher als der Gewinn. «Die Motion geht in eine Richtung, die für Betroffene gefährlich ist», argumentierte Finanzminister Ueli Maurer. Aus Sicht der Landesregierung schafft der Vorschlag mehr Unsicherheit. (abi/rwa)