Pressefreiheit
Nach 1. Mai-Demo: Journalistenverbände fordern Rückzug von Anzeigen gegen Medienschaffende

Am internationalen Tag der Pressefreiheit wenden sich Journalistenverbände an den Zürcher Stadtrat. An der Demo zum
1. Mai sei es zu Behinderungen und Anzeigen gegen Medienschaffende gekommen.

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Am Samstag gab es in Zürich mehrere unbewilligte Demonstrationen zum 1. Mai.

Am Samstag gab es in Zürich mehrere unbewilligte Demonstrationen zum 1. Mai.

Keystone

(agl) Die Ereignisse vom 1. Mai seien alarmierend, schreiben der Verband Impressum und der Zürcher Presseverein in einer Mitteilung vom Montag. «Die Polizei hat ausgewiesene Journalistinnen und Journalisten bei der Berichterstattung behindert und sogar Anzeigen gegen sie erstattet.» In einem Brief an den Stadtrat fordern die Journalistenvertreter, dass die zuständigen Behörden die Anzeigen «mit sofortiger Wirkung» zurückziehen.

Am Samstagnachmittag kam es in der Stadt Zürich zu mehreren unbewilligten Demonstrationen. Die Polizei hatte im Vorfeld angekündigt, diese nicht zu tolerieren und stoppte zwei Demonstrationszüge. Dabei wurden laut eigenen Angaben mehrere hundert Personen kontrolliert, weggewiesen und verzeigt. Die Stadtpolizei Zürich äusserte sich auf dem Nachrichtendienst Twitter auf eine Frage hin auch zu Verzeigungen von Medienschaffenden: «Wenn sich Journalistinnen und Journalisten nicht von den Demoteilnehmenden distanzieren und somit als Teil der Veranstaltung in Erscheinung treten, müssen sie damit rechnen, kontrolliert und auch verzeigt zu werden», heisst es dort.

In einer weiteren Mitteilung zum internationalen Tag der Pressefreiheit schreibt Impressum zudem von zunehmenden Drohungen gegen Journalistinnen und Journalisten in den sozialen Netzwerken. So habe ein Verbandsmitglied Morddrohungen erhalten, weil es über Covid-19 berichtete. Doch die Pandemie habe das Bedürfnis der Öffentlichkeit nach verifizierten Informationen deutlich aufgezeigt. «In dieser Krisenzeit ist die Pressefreiheit wichtiger denn je geworden», so Impressum. Es sei essenziell, dieses Grundrecht zu bewahren und die Journalistinnen in der Ausübung ihrer Rolle zu schützen.

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