600'000 Dollar Forschungsgelder
Basler Institut entwickelt Gentherapie, die Blinde wieder sehend machen soll

Das Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB) erhält einen hoch dotierten Preis. Die Entwicklung einer neuen Gentherapie soll Erblindeten das Sehen wieder ermöglichen.

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Können blinde Menschen dank einer neuartigen Gentherapie wieder sehen? (Symbolbild)

Können blinde Menschen dank einer neuartigen Gentherapie wieder sehen? (Symbolbild)

Keystone

(gav) Gelingt einem Basler Institut der Durchbruch bei der Wiederherstellung des Sehens nach Erblindung? Die amerikanische Organisation «Foundation Fighting Blindness» scheint daran zu glauben. Sie fördert das Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB) mit 600'000 US-Dollar. Das Institut ist an der Entwicklung einer neuen Therapie, die Erblindeten das Augenlicht zurückgeben soll.

Das IOB erklärt in einer Medienmitteilung am Donnerstag ihr Vorgehen. Bei einem grossen Teil von erblichen Netzhauterkrankungen würden die Zapfen ihre natürliche Fähigkeit verlieren, Licht zu absorbieren und in ein Signal umzuwandeln. Diese seien jedoch nicht abgestorben, sondern in einer Art Tiefschlaf. «Wir arbeiten daran, diese Lichtrezeptoren zu reaktivieren und so die Erblindung rückgängig zu machen», sagt Hendrik Scholl, Leiter der Forschungsarbeiten. Die neuartige Gentherapie sei einzigartig.

Am IOB wurden auch erste Studien durchgeführt. Diese würden zeigen, dass bei 15 bis 20 Prozent der erblindeten Patienten noch schlafende Zapfen vorhanden sein könnten. Injektionen von lichtsensitiven Proteinen hätten bei blinden Mäusen die Datenübertragung der Netzhaut zum Gehirn wieder reaktiviert. Das Preisgeld helfe, die Gentherapie zu beschleunigen, heisst es in der Mitteilung weiter. Innerhalb von drei Jahren wolle man alle Vorbereitungen abgeschlossen haben, um eine klinische Studie zu starten.

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