Forschung
Krebsforschungspreis 2021 geht an Immunologin der EPFL

Andrea Ablasser von der Eidgenössischen Technischen Hochschule EPFL erhält den Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis 2021. Er gilt auch als «Nobelpreis für Krebsforschung» und ist mit einer Million Franken dotiert.

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Prof. Dr. med. Andrea Ablasser ist die diesjährige Gewinnerin des Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreises.

Prof. Dr. med. Andrea Ablasser ist die diesjährige Gewinnerin des Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreises.

Alain Herzog/EPFL

Die Medizinerin und Forscherin der EPFL erhält die Auszeichnung für ihre «bahnbrechenden Forschungen» auf dem Gebiet der Immunerkennung von Viren, die auch für die Erkennung von Krebszellen durch das Immunsystem wichtig sind, wie die Krebsstiftung und die Universität Bern am Freitag mitteilen.

Eine wichtige Aufgabe des Immunsystems ist es, Viren anhand ihrer genetischen Andersartigkeit zu erkennen und Abwehrmassnahmen zu aktivieren. Dafür hat sich ein Signalweg, der so genannte cGAS-STING-Weg, entwickelt. Andrea Ablasser und ihr Team von Forschern haben entdeckt, dass dieser Signalweg nicht nur Viren, sondern auch Krebszellen erkennt, die sich durch genetische Instabilität und Umgehung der Immunreaktion auszeichnen.

Ein neuartiger immuntherapeutischer Ansatz

Die Forscherin der EPFL will gemäss Mitteilung mit ihrem Projekt neue Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen dem angeborenen Immunsystem und der Entstehung von Krebs gewinnen. Die Mittel des Krebsforschungspreises würden hauptsächlich für die Entwicklung eines neuartigen immuntherapeutischen Ansatzes verwendet, um den Signalweg für eine effizientere Krebsbekämpfung zu nutzen.

Der Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis geht auf den gleichnamigen Bieler Apotheker zurück. Nach seinem Tod 1983 hinterliess dieser ein grosses Vermögen, das gemäss seinem Wunsch für die Gründung einer Krebsstiftung verwendet werden sollte. Der Preis wird jeweils an ein herausragendes Forschungsprojekt auf diesem Gebiet verliehen. Das Siegerprojekt wird während vier Jahren mit einer Summe von einer Million Franken unterstützt, dazu gibt es eine persönliche Anerkennung in der Höhe von 50’000 Franken. Laut eigenen Angaben ist er der höchstdotierte Preis einer privaten Stiftung und gilt als «Nobelpreis für Krebsforschung». (dpo)

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