HIV-Prävention
Medikament gegen HIV erreicht nicht alle Risikogruppen

Neben Kondomen wird hierzulande auch die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) zur wirksamen Vorbeugung von HIV-Infektionen eingesetzt. Doch es bestehen finanzielle Hürden.

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Ein Forschungsteam der Universität Zürich sieht Mängel in der HIV-Prävention.

Ein Forschungsteam der Universität Zürich sieht Mängel in der HIV-Prävention.

Keystone

Dies folgert ein Forschungsteam der Universität Zürich (UZH) aus der sogenannten «SwissPrEPared-Studie» um den Studienleiter Ben Hampel und den verantwortlichen UZH-Professor Jan Fehr. Denn es hat sich gezeigt, dass nicht alle Risikogruppen mit dieser Massnahme erreicht werden.

Wie die Forschenden am Mittwoch mitteilen, lag das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie im untersuchten Zeitraum von April 2019 bis Januar 2020 bei 40 Jahren. 95 Prozent waren Männer, die Sex mit Männern haben, 47 Prozent verfügten über einen Hochschulabschluss.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler machen finanzielle Hürden als zentrale Ursache dafür aus, dass «jüngere Personen und Menschen mit tieferem Bildungsniveau in der Studie bisher untervertreten» seien. Anders als etwa in Frankreich oder Deutschland müsse das Medikament in der Schweiz selbst bezahlt werden.

Forschende fordern kostenlose Verteilung

Die Forschenden der UZH plädieren für eine kostenlose Verteilung der PrEP auf nationaler Ebene. «Eine nationale Lösung wie in anderen europäischen Ländern, wo die PrEP kostenlos bezogen werden kann, ist auch für die Schweiz notwendig. Nur so können wir allen Risikogruppen Zugang zu diesem wirksamen Präventionsinstrument ermöglichen», wird Fehr in der Mitteilung zitiert.

Die Studie zeige, dass «SwissPrEPared» eine überdurchschnittlich hohe Akzeptanz bei den Anwenderinnen und Anwendern geniesse, heisst es ferner. Demnach stiess das Programm auf breites Interesse, «80 Prozent der Teilnehmenden hielten die vorgegebenen Zeitabstände der Follow-Up-Konsultationen ein». (dur)

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