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Forscher bestätigen: In den Alpen hat es weniger Schnee und im Frühling schmilzt er schneller

Ein Forschungsteam hat erstmals Schneedaten aus sechs Ländern verglichen und die Entwicklung über die letzten fünfzig Jahre ausgewertet. Dabei zeigten sich grosse regionale Unterschiede.

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Aussicht vom View Point Eggishorn auf der Fiescheralp in der Aletsch Arena mit Blick auf den Gletscher und das Matterhorn.

Aussicht vom View Point Eggishorn auf der Fiescheralp in der Aletsch Arena mit Blick auf den Gletscher und das Matterhorn.

Jil Lohse

(keg) Wegen dem Klimawandel nimmt die Dauer der Schneebedeckung tendenziell ab, da der Schnee erst später im Jahr Schnee fällt und im Frühjahr eher wieder schmilzt. Dazu existieren bereits Daten aber bisher waren sie auf einzelne Länder oder Regionen beschränkt, eine länderübergreifende Analyse für den gesamten Alpenraum hat gefehlt.

Nun hat ein internationales Team von Forschenden erstmals Schneedaten aus dem gesamten Alpenraum zusammengetragen und ausgewertet, wie das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF am Donnerstag mitteilt. Dazu haben die Wissenschaftler Daten von mehr als 2000 Messstationen aus sechs Ländern gesammelt und über die letzten fünfzig Jahre verglichen

Im Winter teils bis zu 35 Prozent weniger Schneetage

Gemäss den Forschenden bestätigten die Ergebnisse frühere Beobachtungen. Demnach gingen Schneehöhen und Schneebedeckung in den Alpen tendenziell zurück. Wie stark, hänge aber von der Region und der Höhenstufe ab. Beispielsweise haben auf der schneeärmeren Alpensüdseite die Schneehöhen deutlich stärker abgenommen als in den Hauptalpen und auf der Nordseite, wie das SLF schreibt.

Weiter zeigten die Daten, dass die Schneehöhen im Winter an 82 Prozent aller gemessenen Stationen und im Frühling sogar an 90 Prozent aller Stationen deutlich zurückgegangen seien. Unterhalb von 2000 Metern verkürzte sich die Anzahl Tage mit Schnee in den letzten fünf Jahrzehnten je nach Höhenlage um 22 bis 27 Tage im Norden und um 24 bis 34 Tage im Süden. Dies entspreche je nach Höhenlage einer Abnahme um 10 bis 35 Prozent im Winter und um 30 bis 50 Prozent im Frühling, so das Institut für Schnee- und Lawinenforschung

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