Klimawandel
Neues Material: ZHAW-Forschende sparen Energie bei der CO2-Rückgewinnung

Kampf gegen Klimawandel: Forschende der ZHAW haben ein neues Hybridmaterial entwickelt. Damit kann CO2 bei tieferen Temperaturen als bislang notwendig zurückgewonnen werden. Das spart Energie.

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Dank «IMPE-Cap» lässt sich bei der CO2-Rückgewinnung Energie sparen.

Dank «IMPE-Cap» lässt sich bei der CO2-Rückgewinnung Energie sparen.

ZHAW

Die Forschenden nennen ihr neues Hybridmaterial aus Polyethylenimin und ionischer Flüssigkeit «IMPE-Cap». Das teilte die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Donnerstag mit. Die Forschenden konnten zeigen, dass ihre Entwicklung die chemische Bindung zwischen CO2 und der Materialoberfläche schwächt. Dadurch löste sich im Labor das CO2 bereits bei 50 Grad Celsius.

«Die derzeit verfügbaren Filter müssen auf rund 80 bis 100 Grad Celsius erhitzt werden, um die CO2-Moleküle abzuscheiden», wird ZHAW-Forscher Daniel Matthias Meier zitiert. Nobutaka Maeda, ebenfalls von der ZHAW, betont das grosse Energiesparpotenzial, das bislang unterschätzt worden sei. «IMPE-Cap» habe das Potenzial für industrielle Anwendungen, um Energie zu sparen und die Betriebskosten für die CO2-Abscheidung aus der Atmosphäre oder aus Abgasen von Kraftwerken und Fabriken zu senken.

Die ZHAW-Forschenden erklären, wie ihr neues Material funktioniert.

ZHAW

Weltweit wird an Technologien geforscht, um Kohlendioxid aus der Luft zurückzugewinnen – ein Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Das Verfahren ist gemäss ZHAW einfach: Die angesaugte Umgebungsluft strömt durch eine Art Filter, der mit CO2-absorbierendem Material beschichtet ist. Dieses nimmt die CO2-Moleküle auf. Anschliessend wird es erhitzt, wodurch sich die Moleküle lösen. Das so gewonnene CO2 lässt sich lagern oder auch kommerziell nutzen – beispielsweise für Pflanzendünger, Kühlmittel oder synthetische Treibstoffe, wie es weiter heisst. (abi)

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