Champions League
Klopps Liverpool fordert Real Madrid und explosive Stimmung beim BVB vor Monsteraufgabe Man City

Vor der Monsteraufgabe bei Manchester City ist die Stimmung bei Borussia Dortmund gereizt. Es droht die letzte Dienstreise in der Königsklasse für längere Zeit. Derweil zeigt sich Jürgen Klopp vor dem Real-Hinspiel selbstbewusst: «Team ist für diese Art Spiele gemacht»

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Liverpool's Jürgen Klopp beim Handshake mit Fabinho.

Liverpool's Jürgen Klopp beim Handshake mit Fabinho.

AP

(sid/swe) Manchester City gegen Borussia Dortmund und Real Madrid gegen Liverpool. Die Königsklasse biegt mit zwei Leckerbissen auf die Zielgerade ein. Jürgen Klopp vom FC Liverpool geht selbstsicher in das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League auswärts bei Real Madrid. «Unser Team ist für diese Art Spiele gemacht. Wir spielen gerne gegen eine spielerisch starke Mannschaft, das liegt uns», sagte Klopp am Montag: «Wir haben eine Chance. Real ist der Favorit, und wir fühlen uns gut in der Aussenseiterrolle.»

Die Mannschaft wolle in Madrid zeigen, «wie gut wir als Fussball-Team in einer komischen und schwierigen Saison sind. Aber wir wissen, dass wir es mit einem schweren Gegner zu tun haben», sagte Klopp. Vor allem will er den unzufriedenen Fans der Reds zeigen, «dass wir immer noch kämpfen». Zur Kritik an seiner Person stellt er klar: «Wenn die Leute sagen, dass ich ein schlechter Manager bin, weil wir eine schlechte Saison spielen, dann interessiert mich das nicht.»

Masslose Enttäuschung beim BVB vor City-Spiel

Als Kapitän Marco Reus und Co. die edlen Auswärts-Anzüge in der Champions League zum wohl letzten Mal für längere Zeit aus dem Schrank holten, hallte der Anpfiff vom Boss noch in ihren Ohren. «Ich habe die Mannschaft immer in Schutz genommen. Aber für das Auftreten im Spiel gegen Eintracht Frankfurt kann ich das nicht mehr machen. Das ist eine Willensfrage, und da hat mich die Mannschaft masslos enttäuscht», sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Ruhr Nachrichten vor der schier unlösbaren Monsteraufgabe bei Manchester City.

Die Stimmung vor dem Viertelfinal-Hinspiel beim Starensemble von Pep Guardiola am Dienstag ist explosiv, nicht nur Watzke riss nach der Niederlage im Big-Point-Spiel gegen Frankfurt (1:2) der Geduldsfaden. «Auf die Europa League habe ich keinen Bock», schimpfte Nationalspieler Emre Can.

Doch an die erste Saison ohne Königsklasse seit sechs Jahren wird sich der BVB bei sieben Punkten Rückstand und noch sieben ausstehenden Spielen gewöhnen müssen - mit allen Folgen. «Logischerweise hat das finanzielle Konsequenzen, und es kann sein, dass man einen nicht kaufen kann, den man haben will, und einen verkaufen muss, den man halten will», sagte Mats Hummels bei Sky.

Haaland zu Barcelona?

Der Abwehrchef dürfte dabei in erster Linie an die Jungstars Erling Haaland (20) und Jadon Sancho (21), gedacht haben. Zuletzt hatten Besuche von Berater Mino Raiola und Haalands Vater Alf-Inge bei mehreren europäischen Spitzenklubs für Aufsehen gesorgt. Doch eine Ausstiegsklausel von 75 Millionen Euro gilt erst im Sommer 2022. «Es gibt keinen Alternativplan», sagte Watzke.

Dortmund's Erling Haaland nach einer verpassten Chance im Spiel gegen Eintracht Frankfurt.

Dortmund's Erling Haaland nach einer verpassten Chance im Spiel gegen Eintracht Frankfurt.

AP

Doch die norwegische Urgewalt will sich mit den Besten messen. Eine Spielzeit ohne Königsklasse? Eigentlich undenkbar. Ein Hintertürchen bietet der laufende Wettbewerb. Mit einem Triumph in der Champions League hätte die Borussia das Ticket für die neue Saison gelöst.

Das Duell im ersten Viertelfinale seit vier Jahren mit der Siegmaschine Manchester City dämpft allerdings die Hoffnungen. Watzke sieht die Schwarz-Gelben in der «klaren Aussenseiterposition». Die Bayern und City habe keiner haben wollen, so Watzke: «Die Lose waren ja total kontaminiert.» Mit dem derzeit überragenden Ex-Dortmunder Ilkay Gündogan hat City 26 der vergangenen 27 Pflichtspiele gewonnen.

Die möglichen Konsequenzen eines Ausscheidens begleiteten die BVB-Spieler aber beim Abflug am Ostermontag. «Nicht die Champions League zu erreichen, wäre sportlich und finanziell eine Katastrophe. Da sind wir nah dran», sagte Hummels. Edin Terzic hofft auf eine Trotzreaktion. «Wir sind selbst enttäuscht von der Leistung. Die Kritik, die wir gerade einstecken müssen, ist völlig berechtigt. Dem müssen wir uns stellen und eine Reaktion zeigen», forderte der Trainer vor dem Abschlusstraining.

Ganz anders ist die Stimmung beim souveränen Tabellenführer der Premier League. Gündogan freut sich auf ein «ganz besonderes Spiel» beim Rendezvous mit der alten Liebe. Mit dem Duell gegen Dortmund beginnt die «wichtigste Zeit der Saison». An deren Ende soll der Triumph in der Champions League stehen.

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