DFB-Pokal
Sieg im Elfmeterschiessen: RB Leipzig gewinnt erstmals den DFB-Pokal

Der SC Freiburg liegt im Endspiel über weite Strecken in Führung, doch Leipzig setzt in Unterzahl zum Comeback an. Im Penaltyschiessen versagen Christian Günther und Ermedin Demirovic die Nerven.

Dan Urner
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RB Leipzig hat den DFB-Pokalfinal nach Elfmeterschiessen gewonnen.

RB Leipzig hat den DFB-Pokalfinal nach Elfmeterschiessen gewonnen.

Keystone

RB Leipzig hat zum ersten Mal in seiner noch jungen Vereinsgeschichte den DFB-Pokal gewonnen. Hatten die Sachsen ihre ersten beiden Pokalfinals gegen Bayern München (2019) und Borussia Dortmund (2021) noch jeweils deutlich verloren, setzte sich der Retortenclub nun mit 4:2 im Elfmeterschiessen gegen den SC Freiburg durch. Leipzig hatte zuvor lange einem Rückstand hinterherlaufen müssen, nach 120 Minuten hatte es 1:1 geheissen. Dem SC Freiburg bleibt der erste Pokaltriumph weiter verwehrt.

Das erste Glanzlicht der Partie setzte Freiburgs Maximilian Eggestein in der 19. Minute: Der Mittelfeldspieler traf aus knapp 20 Metern platziert zur Führung. Dass Vorlagengeber Roland Sallai den Ball zuvor erkennbar mit der Hand gespielt hatte, erachtete Schiedsrichter Sascha Stegemann offenbar nicht als problematisch; auch der Video-Assistent machte keine Einwände geltend.

Der Ausgleich hätte beinahe nicht lange auf sich warten lassen, doch Nico Schlotterbeck wusste den Einschlag in höchster Not zu vereiteln (24.). Christopher Nkunku war infolge Freiburger Abwehrfehler zum Abschluss gekommen. Ohnehin erweckte Leipzig den aktiveren Eindruck, scheiterte als tonangebende Mannschaft jedoch an der eigenen Ineffizienz. So auch in der 50. Minute, als Nkunkus Drehschuss den Weg ins Tor verpasste. Für die Sachsen kam es wenig später knüppeldick: Marcel Halstenberg wusste den davoneilenden Lucas Höler nur mit einem Foul zu stoppen, verhinderte mit seiner regelwidrigen Halten eine klare Torchance – und musste folglich mit Rot vom Platz.

Leipzig kommt in Unterzahl zurück

Es schien nun mithin alles auf einen Freiburger Pokalerfolg hinauszulaufen, doch die Elf von Trainer Domenico Tedesco kämpfte sich zurück: Der wirblige Christopher Nkunku, auffälligster Aktivposten aufseiten Leipzigs, drückte den Ball aus kurzer Distanz zum Ausgleich über die Linie (76.). Es war den Kräfteverhältnissen keineswegs anzusehen, dass RB Leipzig in Unterzahl zu agieren hatte; stattdessen war der SC Freiburg erstaunlich häufig mit Defensivarbeit beschäftigt. In der Verlängerung verpassten die Südbaden dann aber denkbar knapp den möglichen Siegtreffer: Janik Haberer scheiterte in der 105. Spielminute zunächst am Pfosten, zehn Zeigerumdrehungen später dann an der Latte.

Die Partie musste im Elfmeterschiessen entschieden werden. Und hier behielt Leipzig die Oberhand – ausgerechnet Freiburgs Kapitän Christian Günther versagten die Nerven, sein Versuch ging über das Tor. Und Ermedin Demirovics Lattenschuss besiegelte das Schicksal beider Mannschaften.

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